Mein Leben in der Cloud?
in Arbeiten mit dem Mac by christian, 8. Februar 2011 - 7 Comments »
Cloud Computing ist in aller Munde: Google & Co. bieten immer mehr Dienste im Web an, die den Umgang mit den eigenen Daten erleichtern und über mehrere Geräte mobil machen. Da wäre es doch nur konsequent, auch Backups in die Cloud auszulagern – fern von Feuer, Einbruch, Festplattenversagen etc. ist Online-Backup die sicherste Option. Oder?
Ausgangspunkt für meine Überlegungen war die Suche nach einer sicheren Backup-Option jenseits externer Festplatten (die oben genannten Problemen unterliegen). Da ich schon lange Dropbox (Referral-Link) nutze, um mit Freunden und Kunden Dateien auszutauschen lag der Gedanke nahe, sich das Thema Online-Backup anzuschauen. Ich hatte mit zwei Hauptproblemen gerechnet: Erstens, der Preis. Zweitens, die relativ lahme Uploadgeschwindigkeit meines DSL-Anschlusses in China.
Aufgrund des Preises habe ich mich nach einiger Recherche entschlossen, Mozy auszuprobieren. Für US$4,95 im Monat konnte man bis vor einem Monat eine unbegrenzte Menge an Daten von einem PC aus hochladen.
Nachdem ich nun Mozy einige Monate ausprobiert habe, kann ich folgendes Fazit ziehen:
1. Ja, es ist lahm. Über die Monate haben sich insgesamt 80 GB an Bildern angesammelt, die ich hochgeladen habe. Das war jedesmal eine Geduldsprobe. Wer allerdings einen zügigeren DSL-Anschluss hat und kein Problem damit hat, den Rechner 24h am Tag laufen zu lassen, der kann mit diesem Problem vermutlich leichter umgehen.
2. Die Mozy-Software war am Anfang etwas seltsam, hat sich aber mittlerweile deutlich verbessert und ist von der Bedienbarkeit jetzt durchaus OK. Leider bietet Mozy keinen direkten Zugriff auf die Daten wie z.B. Dropbox – man muss immer einen dedizierten Restore-Vorgang durchführen. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass der Scan-Vorgang, den Mozy durchführt, den Rechner deutlich verlangsamt.
Soweit OK – aber das eigentliche Hauptproblem, das ich mit dem Online-Backup habe, ist ein völlig anderes. Erst bei der Auswahl der zu sichernden Ordner ging mir so richtig auf, dass Online-Backup letztendlich bedeutet, meine privaten Daten einem mir fremden Anbieter in die Hand zu drücken. Was der damit macht, ob die Daten sicher gespeichert werden, ob irgendein Sysadmin in einer freien Stunde gelangweilt durch meinen Account stöbert – über all das kann ich nur mutmaßen, denn es gibt keine technische Möglichkeit den Zugriff auf meine Daten und die korrekte Speicherung zu überprüfen.
Ich hatte mich daher am Anfang entschlossen, erstmal nur meine iPhoto-Bibliothek zu archivieren – dort sind noch am wenigstens suchbare und für dritte “interessante” Daten drin. Jetzt, nach einigen Monaten habe ich für mich allerdings gemerkt, dass die Sache mir doch auf Dauer zu heiß ist. Das hat letztendlich nichts mit Mozy zu tun. Online-Backup ist und bleibt eine Vertrauensfrage.
Daher habe ich vor einigen Tagen meine Daten und meinen Account bei Mozy gelöscht. Und hoffe, dass meine Daten auch wirklich gelöscht wurden…

Ähm… Mozy verschlüsselt die Daten VOR dem Upload. Du kannst sogar einen eigenen Schlüssel angeben, mit dem dies passieren soll.
Das stimmt schon – nur ist es wieder letztendlich eine Vertrauensfrage. Denn die Mozy-Software kennt ja den Schlüssel… und nachzuweisen, dass dieser nicht an den Server geschickt wird, ist praktisch nicht möglich (theoretisch sicher auch nicht, aber meine letzte Krypto-Vorlesung ist schon so lange her
).
Dann nimm halt eine andere Verschlüsselungssoftware Deiner Wahl und lade die verschlüsselten Dateien hoch.
Ich mache es ganz anders: Daten auf diverse Festplatte sichern und eine davon ausserhalb des Hauses (z. B. auf der Arbeit) lagern. Da ist zwar immer ein gewisse Disziplin gefordert, die ich auch teilweise nicht habe aber es ist mir lieber als die Daten in der Cloud zu lagern. Und es sind weitaus mehr als 80 GB.
ich lager die Daten auch nicht in der Cloud, schon alleine weil es viel zu viele sind. Aber ich wollte nur aufzeigen, dass es auch sichere Wege gibt und 100% Sicherheit gibt es nirgends.
Markus, deine Idee liegt nahe, trotzdem hatte ich bisher nicht daran gedacht. Danke für den Tipp, das werde ich machen. Im Fall der Fälle ist selbst ein ein Jahr altes Backup immer noch besser als gar nix…
Karlimann, für manche Daten ist das sicher eine praktikable Lösung. Man kann sich ja ein verschlüsseltes Disk Image anlegen. Allerdings würde ich das eher für kleinere Datenmengen nehmen.
Datenmenge, Geschwindigkeit und Datensicherheit sind auch mein Problem. Einiges vertraue ich der Dropbox an, ansonsten verlasse ich mich (noch) auf ein Time Machine-Backup.