SSD und RAM: Der endlich günstige Power-Schub für Deinen Mac!

in Apple, Apples Desktop-Computer, Apples mobile Computer, Zubehör by hannes, 2. Mai 2012 - 8 Comments »

Es gibt nicht viele Teile, die man an seinem Mac austauschen kann – und auch die Upgrades über den Apple Online Store kosten weit mehr, als sie wert sind. Dein Mac fühlt sich trotzdem zu langsam an? Wenn er noch weniger als vier Jahre alt ist, und Du ihn noch längere Zeit verwenden möchtest (oder auch wenn Du einen neuen kaufst), gibt es zwei Upgrades, die Du unbedingt beachten solltest.


Das RAM-Upgrade

Erstens: Das RAM-Upgrade. Mittlerweile ist es den meisten Leuten bekannt, dass Mac OS X Lion und auch Mountain Lion eine ganze Menge Arbeitsspeicher zum Frühstück fressen. Das Upgrade auf 8 GB RAM gibt’s bereits ab 40 Euro, 16 GB ab 100 Euro. Welcher RAM passt hängt vom jeweiligen Mac ab. Mit dem unten verlinkten schnellen RAM macht man aber in keinem Fall etwas falsch, der Einbau in iMac, Mac Mini und MacBook Pro funktioniert problemlos. Wer einen Mac besitzt, welcher nicht der neuesten Generation entspricht, kann ohne Nachteile zum 1333 MHz RAM greifen, während die neueste Generation an Macs noch etwas mehr Geschwindigkeit aus 1600 MHz RAM heraus kitzelt.

Komputerbay 8GB (2x 4GB) DDR3 RAM 1333MHz, 38 Euro
Corsair Vengeance 8GB (2×4 GB) DDR3 RAM 1600 MHz, 51 Euro

Wer viel mit professionellerer Software wie etwa Aperture oder Final Cut Pro X arbeitet, sollte über ein mittlerweile ebenfalls kostengünstiges Upgrade auf 16 GB RAM nachdenken. Lohnt sich das? In den meisten Fällen aktuell wohl nicht. Wer einen neuen Mac besitzt und diesen noch viele Jahre verwenden möchte, oder wer viele speicherhungrige Applikationen oder virtuelle Betriebssysteme laufen lassen möchte, sollte durchaus über ein solches Upgrade nachdenken. Nicht vergessen: Der 27″ iMac nutzt 4 RAM-Slots, benötigt also 4×4 GB, alle anderen Macs setzen auf 2 RAM-Slots. 16 GB RAM werden nur von den Macs, die 2011 vorgestellt wurden, und neueren Modellen unterstützt.

Komputerbay 16GB (2x 8GB) DDR3 RAM 1333 MHz, 89 Euro
Kingston 4 GB RAM, 1333 MHz, 24 Euro (Bis zu 4 Sticks finden im iMac Platz)


Foto: Simon Wüllhorst, Flickr

SSD-Upgrade

Das reicht Dir noch nicht? Du willst, dass Dein Mac in wenigen Sekunden hochfährt und die Programme bereits geöffnet sind, bevor Du das Icon im Dock überhaupt richtig geklickt hast? Dann führt kein Weg an einem SSD-Upgrade vorbei. Der Geschwindigkeitsgewinn in wirklich unglaublich. Allerdings gibt es auch viele technische Details, die man unbedingt beachten muss. S-ATA2 oder S-ATA3? Welcher Controller? Wie viel Speicher? Welche Marke?

Kurz gesagt: Man sollte bei den aktuellen Preisen stets zu zukunftssichereren S-ATA3-SSDs mit maximal 6 Gb/s Datendurchsatz greifen. Beim Controller wird’s etwas komplizierter. SSDs benötigen eine spezielle Wartung, um ihre schnelle Geschwindigkeit auch nach längerer Zeit noch beibehalten zu können. Windows 7 macht dies automatisch durch den sogenannten TRIM-Befehl. Mac OS X kann dies ohne manuelle Aktivierung nur bei Apple’s eigenen SSDs. Zur Sicherheit kann TRIM mit diesem Programm aktiviert werden. Die Lösung? Garbage Collection. Die “Müllabfuhr” hält eine SSD genauso am Leben wie TRIM.

Dieser Befehl wird allerdings nicht von allen Controllern unterstützt. SSDs neuester Generation setzen meist auf den SandForce 3-Controller, welcher die Probleme des Vorgängers beseitigt und optimale Leistung bietet. Natürlich ist es auch nicht zwangsweise ein Fehler, eine SSD mit einem anderen Controller zu kaufen – allerdings sollte man sich hier vorher genau über die Geschwindigkeit und Langlebigkeit unter Mac OS X informieren.


Foto: kamstrup, Flickr

Wie viel Speicher brauche ich wirklich? Diese Frage stellt sich bei SSDs, wo die Preise noch bei etwa 1€/GB liegen, neu. Für das Betriebssystem und die wichtigsten Programme seines Hauptcomputers sollten 120 GB reichen, für Mobilcomputer ohne größere Anforderungen kann man auch zu einer 64 GB SSD greifen, welche allerdings in den meisten Fällen etwas langsamer als ihre großen Brüder ist. Größere SSDs, etwa mit 240 oder 512 GB, kosten noch relativ viel Geld, sind für anspruchsvolle Nutzer seit dem Preisfall in den letzten Monaten aber durchaus eine Option. Man sollte allerdings immer eine externe Festplatte einrechnen, um Daten wie seine iTunes- oder iPhoto-Mediathek zu speichern. Wer sparen will, kann hier zu einem günstigen Festplatten-Gehäuse greifen und seine ehemals interne Festplatte des Macs als externe verwenden, ansonsten gibt es schöne Optionen mit massig Speicher für den Schreibtisch.

Der Einbau einer SSD ist leider etwas komplizierter. Während man beim MacBook Pro entweder die Festplatte selbst oder auch das DVD-Laufwerk austauschen kann, und die SSD als Zweitfestplatte zu verwenden, ist der Einbau hier noch etwas einfacher. Diese Anleitung auf Englisch zeigt, wie schnell die Festplatte gegen eine SSD ausgetauscht werden kann. Beim Mac Mini ist es ebenfalls nicht zu kompliziert, allerdings muss der Kleine komplett zerlegt werden, was die Garantie gefährdet. Dafür gibt es von iFixIt eine extrem gut bebilderte Anleitung, die es wirklich jedem ermöglicht, dem Mac Mini den nötigen Geschwindigkeitsschub zu verpassen. Man benötigt allerdings einige spezielle Schraubenzieher, die relativ einfach zu beschaffen sind. Übrigens kann auch beim Mac Mini die SSD zusätzlich zur normalen Festplatte installiert werden, auch wenn dazu ein separat erhältliches S-ATA-Kabel nötig ist.


Foto: Yutaka Tsutano, Flickr

Beim iMac muss sogar die Glasplatte und das Display abgenommen werden – keine schöne Sache. Man sollte eventuell erwägen, dies von einem Profi machen zu lassen. Für die ganz wagemutigen: Auch hierfür hat iFixIt eine schöne Schritt-für-Schritt-Anleitung. Der Mac Pro ist, typisch für diese Art von Computern, pflegeleichter. Hier benötigt man lediglich ein bei vielen SSDs mitgeliefertes Adaptergehäuse und kann die SSD wie jede andere Festplatte ins schöne Gehäuse stecken.

Aber welche SSD soll’s denn nun sein? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Die Kunst ist, das beste Gleichgewicht aus Geschwindigkeit, Langlebigkeit, Zugriffszeiten und Preis zu finden. Nachfolgend einige Modelle, welche laut verschiedenen Tests aktuell das beste Preis-/Leistungsverhältnis bieten.

OCZ Agility 3, 60 GB, 72 Euro
Crucial m4, 128 GB, 115 Euro
Corsair Force 3, 120GB, inkl. Einbaurahmen für Mac Pro, 119 Euro
Samsung mit MCX-Controller, 256 GB, optional mit Einbaurahmen, 270 Euro

Wer seine SSD in ein MacBook Pro anstatt des DVD-Laufwerks installieren möchte, benötigt zusätzlich folgenden Bausatz:

SSD Festplatten Rahmen für MacBook Pro, 33 Euro

Wer die Festplatte, die er austauscht, weiterhin benutzen möchte, sollte zu einem externen Festplattengehäuse greifen, welche großteils sehr günstig zu haben sind. Ein Beispiel folgt unten.

Aluline externes USB 2.0 Gehäuse, 5,39 Euro

Der Geschwindigkeitsvorteil einer SSD ist wirklich unbeschreiblich und bei den aktuellen Preisen von teils unter einem Euro pro GB lohnt sich die Investition auf alle Fälle. Hast Du schon auf eine SSD umgerüstet? Wie ist es gelaufen? Wie findest Du die neue Geschwindigkeit? Erzähl uns das und noch viel mehr – direkt in den Kommentaren!

Hannes

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