iTunes, Pink Floyd und EMI

in iTunes von heiko, 12. März 2010 - 4 Kommentare »

Habt ihr Euch schon mal gefragt, weshalb es bestimmte Songs von Pink Floyd nicht als Einzeldownload bei iTunes oder anderen Downloadportalen gibt? All zu schnell ist man ja geneigt, z.B. Apple den schwarzen Peter zuzschieben, und über die Geschäftsprktiken im iTunes Store zu diskutieren. Dabei liegt der Fall hier aber gänzlich anders.


David Gilmour, Roger Waters und Nick Mason finden den Verkauf einzelner Musiktitel so gar nicht gut und zogen unlängst gegen die EMI zu Gericht. Denn der letzte Vertrag mit der Plattenfirma, der geschlossen wurde, bevor überhaupt jemand an Online-Stores und mp3s dachte, schließt den Vertrieb einzelner Songs ohne ausdrückliche Genehmigung der Band aus.
Der Grund scheint klar: die Musiker möchten die Kontrolle über ihre Arbeit und ihr Material behalten, wären sie doch nicht die ersten, deren Songs zum Beispiel in gänzlich unpassenden Werbespots landen.

EMI argumentiert zwar, dass das Wort “Record” im Vertrag sich nur auf den physischen Tonträger, nicht aber auf das musikalische Gesamtwerk beziehe, in einer Anhörung bekam die Band nun aber von Richter Sir Andrew Morritt recht, der den Vertrag dahinghend auslegt, dass er der EMI nicht gestattet sei, ohne Zustimmung von Pink Floyd deren Aufnahmen online zu vertreiben.
Andere Künstler sind da gleicher Auffassung: auch Country-Star Garth Brooks oder AC/DC sprechen sich gegen die Vermarktung einzelner Titel über Onlinestores aus.
Ich finde dies ein klares Statement einer Band, die trotz aller Zwistigkeiten in der Vergangenheit ihrem Werk veranwortungsbewußt gegenübersteht.
Die Herren könnten ja auch denken, dass man sich zur Rente noch mal richtig die Taschen vollmachen müsse, was ja von anderen Künstlern auch gerne mal gemacht wird.
So schade ich es manchmal finde, nicht alle Pink Floyd-Songs einzeln kaufen zu können (manche Alben sind mir in der Gesamtheit zu schwer, siehe The Final Cut), so sehr begrüße ich die Entscheidung als Musiker und Produzent.
Denn am Ende sollte immer derjenige entscheiden, wie mit seinem Werk umgegangen wird, der es geschaffen hat. Und nicht jemand, der nur darüber nachdenkt, wie man den Gewinn aus dem Backkatalog, mithin das einzige, was heute noch Geld in die Kassen der Majors spült, noch weiter maximieren kann.
Denn ohne diejenigen, die sich nächtlang in Proberäumen und Studios die Stunden um die Ohren schlagen, gibt es auch nichts, an dem man verdienen kann.

Heiko

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BBC-Artikel