Gedanken zum Tode von Commodore-Gründer Jack Tramiel
in News by heiko, 10. April 2012 - 1 Comment »
Ein Apple-Rechner war nicht mein erster eigener Computer. In der Schule hatten wir zwar drei Apple II, die waren auf Grund ihres Preises für mich als Schüler nahezu unerschwinglich. Für mich musste der Einstieg in die Computerwelt deshalb, wie bestimmt für viele andere auch, über den Commodore C64 erfolgen. Machte Apple den Computer damals “personal” so brachte Commodore uns mit dem C64 und später mit dem Amiga den Computer ins “home”. Am Ostersonntag verstarb Commodore-Gründer Jack Tramiel in Kalifornien.
Tramiels Biographie liest sich wie ein Reisebericht durch unbekanntes Computerland, forcierte Tramiel doch in den 70er Jahren die Entwicklung von der reinen Rechenmaschine zum Heimcomputer, “Computer for the masses, not classes” war sein Motto, und über 20 Millionen verkaufte C64-Rechner sprechen eine sehr deutliche Sprache, zieht man mal in Betracht, dass damals in den 80er Jahren der Computer noch den Ruf eines Exoten hatte und nicht wenige Orwells Vision von 1984 vor Augen hatten.
Auch wenn mir damals nichts von Jack Tramiel oder der Geschichte hinter Commodore bekannt war, der C64 wurde schon bald zum treuen Begleiter für meine Spielwut, erste Programmiererfahrungen und produktive Tätigkeiten wie das Lösen mathematische Aufgabenstellungen oder frühe Formen der Tabellenkalkulation. Mit “Newsroom” konnte man sogar für die Schülerzeitung erste Desktoppublishing-Aufgaben bewältigen.
Eigentlich erstaunlich, wie man mit 8 Bit und 64 KB so lange Spass haben konnte. Das Abtippen sogennanter “Listings” (heute würde man wohl von Source Code reden) aus Zeitschriften wie “Happy Computer” oder aus Data Becker-Büchern war genauso wenig wegzudenken wie das Joystick-Gerüttel bei den “Summer Games” oder “Decathlon”. Oder erinnert sich noch jemand an das GEOS-Betriebssystem?
Das man Assembler “sprach” gehörte auf dem Schulhof genauso zum guten Ton wie Pascal oder Fortran.
Der C64 wurde zunächst über eine “Datasette” befüttert, auf die sich dannauch eigene Programme speichern ließen, was zeitaufwendig war, aber man hatte ja noch Zeit damals, vor dem Internet. Erst später konnte ich das 5,25″-Floppy Laufwerk unterm Weihnachtsbaum finden.
Auch wenn der C64 längst Geschichte ist, und ich meinen Brotkasten an meinen Bruder weitergereicht habe, fände ich es doch interessant, mich mal wieder mit dem C64 zu beschäftigen, stellt er doch irgendwie den Computer in seiner ursprünglichen Form dar.
Insofern muss ich feststellen, dass Jack Tramiel einen mindestens genauso großen Einfluss auf mein Computerschaffen hatte wie Steven Jobs, auch wenn der Name von ersterem mir längst nicht so präsent war wie der des Apple-Gründers.
In diesem Sinne:
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Heiko
Weiterführende Links:
Hier gehts zum C64.
Hier zu Commodore Basic.
Und hier zur Geschichte von Commodore International.

Jack Tramiel ist mir noch aus Atari ST-Zeiten bekannt. War rückblickend irgendwie eine coole Zeit! Computer waren auch von innen noch einigermaßen verständlich (da die CPU, da die MMU, da RAM usw.), man hat seine 4MB-Speichererweiterung noch selbst auf das Board gelötet, man hatte einen Bildschirm, der zwar schwarz-weiß war, für die damalige Zeit aber einmalig gestochen scharf und flimmerfrei. Die Textverarbeitung Papyrus erblickte das Licht der Welt und paßte damals wie heute auf eine Diskette…
Dann verhakte sich das Ganze, und Atari verlor den Anschluß. Der Mega-STE kam erst nach dem TT und damit zu spät, der Falcon konnte sich leider auch nicht mehr wirklich durchsetzen, obwohl er für die Zeit durchaus eine coole Maschine war…
Naja, aber so’n MacBook Pro hat doch auch was…