Test: Apple iMac 24 Zoll

in Apples Desktop-Computer, Testberichte, iMac von joern, 7. Dezember 2007 - 31 Kommentare »

Update

Seit dem 3. Dezember steht der neue iMac mit 24 Zoll Display auf dem Schreibtisch in meinem Home-Office. Schon optisch macht dieser Mac eine ausgezeichnete Figur und ich kann nur jeden davor warnen, sich all zu nah an so einen Computer heranzuwagen – zu groß ist die Gefahr, den vor lauter Begeisterung sofort zu kaufen – ich spreche da aus Erfahrung …

Aber nicht nur die äußeren Werte vermögen zu überzeugen. Die Ausstattung des iMac mit 24 Zoll bringt alles mit, was man für anspruchsvolles „Computing“ benötigt.

Da wären

  • Ein Intel Core 2 Duo Prozessor (2,4 GHz.)
  • 1 GB Arbeitsspeicher
  • Eine 320 GB Festplatte mit 7.200 U/Min.
  • Ein achtfach SuperDrive Laufwerk mit der Möglichkeit Double-Layer Medien zu brennen
  • Eine ATI Radeon HD 2600 Grafikkarte, die über 256 MB eigenen Speicher verfügt
  • Die neue Alu-Tastatur
  • Die FrontRow-Fernbedienung
  • Eine Apple Mighty Mouse
  • Eine fast unsichtbare iSight-Kamera am oberen Displayrand

Die mechanischen Anschlüsse

  • Ein FireWire 400 und ein FireWire 800
  • Drei USB 2.0 am Gehäuse und
  • zwei USB 2.0 am Keyboard
  • Ethernet mit 10/100/1000BASE-T Gigabit-Ethernet integriert

Dazu gibt es die bei Apple üblichen drahtlosen Verbindungsmöglichkeiten, wie Bluethooth und AirPort Extreme.

Mitgeliefert wird natürlich Leopard und iLife 08.

Ich kann nur jedem dringend empfehlen, den Arbeitsspeicher gleich vom Händler auf 4 GB aufrüsten zu lassen – ich stand beim Einkauf leider etwas „auf der Leitung“ und hab das dann 3 Tage später selbst erledigt. Im Apple Store werden für 4 GB Arbeitsspeicher übrigens sage und schreibe 800 Euro verlangt! Die beiden RAM-Riegel lassen sich aber von jedem halbwegs begabten Computer-User selbst einsetzen – falls man das nicht gleich vom Händler machen lässt. Mich hat der Speicher 179 Euro gekostet.

Verarbeitung

Der iMac ist perfekt zusammengebaut. Alles sitzt gerade und nirgendwo steht etwas vor. Ich bin in der Hinsicht schon extrem pingelig und ich habe nix zu meckern gefunden. Die neue Tastatur gefällt mir ebenfalls sehr, sehr gut. Schade nur, dass es dieses Keyboard nicht in einer drahtlosen Version gibt – es gibt zwar ein neues Bluetooth-Keyboard, das kommt allerdings ohne Zahlenblock.

Zur Verarbeitungsqualität zählt für mich auch die Geräuschentwicklung und in einem ruhigen Zimmer hört man durchaus auch den Lüfter des iMac! Als störend würde ich das allerdings nicht bezeichnen.

Display

Das Display bietet mit Sicherheit Stoff für Diskussionen. Fakt ist, dass man schon darauf achten muss, ob Lichtquellen direkt darauf gerichtet sind – das würde nämlich zu Spiegelungen führen – da gibt es keine zwei Meinungen und zumindest mich würde das stören. Bei mir steht der iMac genau vor dem Fenster – im Prinzip also keine Gefahr … Ich habe aber eine kleine Deckenlampe und wenn ich den iMac zu schräg stellen würde, hätte ich die Spiegelung direkt auf dem Display.

Abseits von allen „Spiegelungsproblemen“ muss ich sagen, dass das Display schon sehr gut, aber nicht erstklassig ist. Wenn ich dem Apple Cinema HD-Display 23 Zoll 100 Punkte geben würde, bekäme das des iMac 80 Punkte. Was fehlt für eine gleich gute Wertung? Nun, mir scheint das iMac-Display nicht ganz so gleichmäßig ausgeleuchtet zu sein, wie beim Cinema Display. Das leuchtet wirklich noch deutlich gleichmäßiger und spiegelt gar nicht. Der Unterschied ist in meinen Augen sofort und deutlich sichtbar.

Die meisten Apfelwahn-Leser wissen, dass ich ziemlich viel im Bereich Fotografie mache und da ist die Darstellungsqualität schon ein Punkt. Ich muss das allerdings auch ein wenig relativieren, weil man auch mit dem iMac sehr gut an Bildern arbeiten kann. Meine alten 19 Zoll Samtron-Röhrenmonitore vermisse ich jedenfalls nicht!

Leistung

Mein Vergleichscomputer ist hier ein MacBook mit 2 GHz. und 2 GB-RAM. Ich denke, dass man schon dieses Gerät nicht als langsam bezeichnen kann. Im Vergleich zum iMac offenbart sich allerdings, dass noch viel Luft nach oben ist …

Der iMac ist deutlich schneller – sehr deutlich sogar. Es ist nirgendwo ein Hakeln spürbar. Alle Anwendung lassen sich extrem zügig starten und während der Aufruf des Dashboards das MacBook mit angeschlossenem 23 Zoll HD-Display merklich ausgebremst hat, ist beim iMac keinerlei Anstrengung erkennbar. Alle Leopard eigenen Animationen werden butterweich ausgeführt. Es ist eine wahre Freude.

Letzte Frage

Muss es noch schneller sein? Ehrlich, ich weiß das nicht. Mag sein, dass ein Mac Pro mehr Leistung bietet und es mag auch sein, dass der eine oder andere Anwender dieses Leistungsplus wirklich braucht. Ich denke aber, dass selbst anspruchsvolle User (Musiker und Grafiker) hier nicht so schnell an Grenzen stoßen werden.

Update

Nach einem Vorschlag von Ulf habe ich eben noch einen kleinen Performance-Test ausgeführt. Zur Erinnerung: Ich schreibe recht schnell im 10-Finger-System. Word kann auf meinem MacBook meiner Texteingabe oft nicht mehr folgen – die Buchstaben erscheinen zum Teil erst auf dem Display, wenn ich bereits das nächste Wort geschrieben habe.

Auf dem iMac gelingt mir das nicht mehr …

Fazit

Apples iMac mit 24 Zoll Display ist ein großartiges Produkt. Hier stimmt einfach alles. Man erhält einen sehr schnellen Computer, ein gutes Display mit sehr viel Platz und eine Ausstattung, die außer dem RAM so gut wie keine Wünsche offen lässt. Die 1 GB RAM sind für mich daher auch der einzige Minuspunkt – 2 GB hätte Apple hier schon mitliefern müssen.

Jörn