Apple iPad: Gut für alle!
in Meinung, iPad von joern, 8. Februar 2010 - 11 Kommentare »
Beschäftigt man sich ein bisschen mit dem Thema „Tablet-Computer“ wird man nicht nur bei Apple fündig. Besonders schön finde ich, das sich in diesem Markt eine interessante Vielfalt entwickelt. Da sind nicht nur das iPad mit Mac OS X, sondern auch Windows-basierte Geräte – und solche, die unter Android laufen werden. Einige davon sogar mit NVIDIAs Tegra 2-Chip, der einen recht leistungsfähigen „Unterbau“ darstellt …

Tegra 2
Der Tegra 2 wird keine x86-Betriebssysteme wie Windows 7, Vista oder XP unterstützen – was für Android sicher ein schöner Vorteil ist, denn so eine leistungsfähige Hardware-Plattform bietet viele Möglichkeiten. Außerdem zieht die gebotene Leistung Anwender an, die nicht auf ein Betriebssystem fixiert sind. Und letztlich zählen doch die Anwendungen und das Handling, oder?
Als einer der Hauptvorteile beim Apple iPad wird immer wieder das einfache Konzept genannt (und für mich die enge Verzahnung mit Mac OS X). Ich weiß zwar nicht, wie sich Android anfühlt, aber ich könnte mir vorstellen, dass man sich gut daran gewöhnen kann – und bei Google bleibt die Entwicklung sicher auch nicht stehen …
Sehr interessanter finde ich die angekündigten Tegra 2-Leistungsdaten. Hier sollen nämlich eine 16-stündige HD-Video- und 140 Stunden Musikwiedergabe möglich sein. Wou. Über so ein Teil hätte sich bestimmt auch Forrest Gump während seiner Joggingtour quer durch die USA gefreut …
Tegra 2 besteht aus acht unabhängigen Prozessoren, die gemeinsam oder unabhängig voneinander genutzt werden können. Im Gegensatz zu Apple (ich meine das ganz neutral), die derzeit „nix mit Flash am Hut haben“, wird Tegra schon hardwareseitig eine Adobe-Flash-10.1-Beschleunigung bieten (für Videostreaming und 3D-Spiele) und Displaygrößen von bis zu 15 Zoll plus Touchscreens unterstützen.
Erste Vertreter auf Tegra 2-Basis wurden bereits vorgestellt. Besonders schick finde ich ja das Beam von Mobinnova …

Ohne Touchscreen, aber mit Tegra 2
Das hat zudem etwas, das ich mir von Apple schon seit Jahren wünsche …

Anschlüsse auf der Rückseite!
Und das gute Daran?
Während zu Beginn des Konsumenten-Computerzeitalters diverse Betriebssysteme verfügbar waren, hat sich die Auswahl in den späteren Jahren immer mehr verkleinert. Ehemalige Atari- und Commodore-User wissen, wovon ich rede. Nun bekommen wir gerade wegen der Netbooks und der Tablet-Computer langsam wieder eine größere Auswahl zurück – so wie bei den Webbrowsern. Und wer sagt denn, dass nicht auch andere Smartphone-Betriebssysteme so weit aufgebohrt werden, dass sie als Oberfläche für einen Tablet-Computer taugen? Symbian könnte ich mir dort durchaus auch vorstellen …
Wie auch immer: Microsofts Beinahe-Monopol bröckelt an allen Ecken und Enden – und ich glaube nicht, dass Apple oder ein anderer Hersteller jemals wieder in eine vergleichbare Position gelangen wird, wie sie Microsoft lange Zeit innehatte (und nun immer mehr verliert).
Es lebe die Vielfalt.
Jörn


Sehr guter Artikel!
Aber lass uns doch mal den Teufel an die Wand malen und die Amiga Workbench in die Kiste packen. Alternativ MenuetOS oder Haiku, the OS formerly known as Be OS
Grüße, Robert
Morgen Robert,
danke für dein Lob. Du konntest hier ja doch noch einige Betriebssysteme aufzählen und Be OS wäre ja beinahe mal “unser” System geworden … Vielleicht wird’s ja wirklich mal einen was-auch-immer-Computer geben, der damit läuft!
Jörn
Schönes Schlusswort. Aber eigentlich ist das doch auch nur ein ganz normales, hässliches Netbook? Und Anschlüsse auf der Rückseite, igitt…
Bezüglich Flash, das liegt bereits seit geraumer Zeit im Sterben, und ich bin sehr froh dass es mit Apple jetzt eine Firma gibt, die einer schon immer schlechten und mittlerweile unnötig gewordenen Technologie den Todesstoss versetzt (auch wenn sie dies nur aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten heraus tut…).
Hallo Thomas,
in meinem Beitrag geht’s ja nicht direkt um ein (dieses) Gerät, sondern um die Sache an sich: Die neue Geräteklasse erzeugt eine wachsende Betriebssystemvielfalt. Den Punkt finde ich sehr schön.
Flash: Ja, damit soll’s ja wirklich zu Ende gehen.
*Narrenkappe aufsetzt*
Also ich ess’ ja kein Flaish – bin ja Veteran (oder Veterinär?)!
Und wenn es damit zuende geht, dann haben sie einfach wieder was mit der Haltbarkeit verbockt. Ein Grund mehr es nicht zu essen!
LeiLei!
*Narrenkappe absetzt und reinko…*
Guter Artikel und deckt sich zum Teil mit meiner Meinung. Ich hoffe auch, das es wieder mehr Systeme gibt, besonders hoffe ich auf einen Desktop-Einsatz vom iPhone OS. Aber ich sehe auch das aufkommende Problem, das Apple zum Medienmonopolist wird, man kauft seine Musik, Filme, Bücher, Zeitschriften und Programme bei Apple, Apple weiß genau, auf welche Musik man steht und kann einen entsprechend bewerben. Außerdem kann Apple dann in Zukunft alle Preise bestimmen und auch Medienproduzenten unter Druck setzen.
weil du dies grad ansprichst, ich kann mir aber auch durchaus vorstellen, dass dadurch die Apple-Konkurrenten aus dem Medienbereich aufwachen und endlich was gegen ihre alten, starren Strukturen und Geschäftsmodelle tun…
Ich bin sehr sicher, dass wir in naher Zukunft viele spannende veränderungen sehen werden. Speziell aufbereitete Inhalte für iPad und Co werden bestimmt nicht alles sein.
Hey Jörn,
die drei genannten Betriebssysteme sind sehr sehr schlank im Umgang mit Ressourcen (gewesen). Da nicht wöchentlich neue Hardware auf den Markt geschmissen wurde, mussten die Entwickler jedes Byte nutzen und wurden damit besser. Das ist auch der Vorteil bei iPod / iPad, auch wenn es “nur”, wie bei Konsolen nur von einem Hersteller kommt.
MenuetOS ist komplett in Assembler geschrieben und passt auf eine 1,44″ Diskette, wenn ich mich recht entsinne auch inkl. Doom etc. ( http://www.menuetos.net ).
Wenn sich einer der OS-Entwickler mal auf ein Netbook wie dargestellt einigen könnte, wäre es sicherlich längerfristig interessant z.B. im Schulbereich, wo Geräte und Lizenzen nach wie vor ziemliche Löcher in die Kassen reißen.
Grüße,
Robert
Nabend Robert,
für den Schulbereich könnte es wirklich eine feine Sache sein. Die Dinger machen nur das, was sie sollen und kosten weniger als die üblichen Pakete und Lizenzen. Hast Recht. Da ist viel Potenzial!
Ein sehr interessanter Artikel zum Thema Tegra 2, Tablets anderer Hersteller und natürlich dem iPad.