Heute lief eine Pressemeldung von Olympus bei mir ein, über die ich mich tatsächlich gefreut habe, zeigte sie doch, dass Olmypus es mit Micro-FourThirds ernst meint. Nach der E-P1 und der E-P2 wurde nun eine E-PL1 vorgestellt.
In Kameras nach dem Micro-FourThirds Standard wird ein Sensor in der Größe der üblichen FourThirds Kameras verwendet. Kleiner, als APS-C oder gar Vollformat, aber 5-10 mal größer, als die Sensoren in gängigen Kampaktkameras. Die Bildergebnisse aus einem Micro-FourThirds-Modell sind wirklich exzellent. Ich selbst setze eine E-P1 ein.

Olympus E-P1
Die Kamera kann definitiv mit meiner E-3 mithalten. Bei Nacht gelingen mit der „kleinen Oly“ sogar noch bessere Bilder. Zudem werden hier weitere Features geboten, die man bei aktuellen großen Modellen von Olympus oft vergeblich sucht. Da ist z. B. HD-Video, oder Komfortfunktionen wie die Sucherlupe und die Art-Filter (die ich nicht verwende, aber ganz nett finde).
Ich halte Micro-FourThirds für eine sehr gelungene Idee, denn hier werden kompakte Kameras mit vergleichsweise großen Sensoren kombiniert. Sie erlauben zudem den Anschluss der Profigläser von Olympus – und über Adapter von Novoflex lassen sich so ziemlich alle Objektive anschließen (dabei verliert man den Autofokus), die der Markt bietet. Nutzt man den Olympus-Adapter, lassen sich alle FourThirds-Gläser anschließen. Hier bleibt der Autofokus erhalten.

Olympus E-P2
Schön finde ich, dass inzwischen eine ganze Reihe Lizenznehmer dabei sind. Darunter Leica und Panasonic. Bei Panasonic ärgere ich mich allerdings darüber, dass deren Objektive den Wackelschutz integriert haben – und nicht die Kamerabodys, wie das bei Olympus der Fall ist. Wenn Panasonic den Wackelschutz wenigstens immer in die eigenen Objektive einsetzen würde … Leider hat die Firma zumindest ein Glas im Angebot, das ohne diesen Schutz auskommen muss. Da wäre dann ein Body mit Wackelschutz die bessere Lösung gewesen, da der alle Objektive unterstützt.
Objektive
Von Olympus gibt es inzwischen einiges, das sich auf eine PEN schrauben lässt. Nehmen wir die „großen“ FourThirds-Gläser heraus, bleiben immerhin noch:
- 9-18mm Weitwinkel (Ende April)
- 17mm Festbrennweite
- 14-42mm Zoom
- 14-150mm Zoom (Ende Mai)
Von Panasonic gibt es zudem
- 7-14mm Weitwinkel
- 14-28mm Weitwinkel (stabilisiert)
- 20mm Festbrennweite
- 45mm Macro Elmarit von Leica (stabilisiert)
- 45-200mm Telezoom (stabilisiert)

Olympus E-PL1
Wer eine flexible Kompaktkamera mit sehr guter Bildqualität sucht, sollte bei Micro-FourThirds fündig werden. Im Gegensatz zu den Mitbewerbermodellen von Sigma (DP1 und DP2) lassen sich bei Olympus und Panasonic die Objektive wechseln – und das Angebot ist durchaus umfangreich und vergleichsweise preisgünstig. Wer irgendwann mal mehr will (Weitwinkel, oder Zoom) kann entsprechende Objektive nachkaufen. So oder so bekommt man eine sehr schöne Bildqualität geboten. Die E-P1 passt mit der 17mm Festbrennweite auch noch locker in eine Jackentasche.
Beispiele
Auf meiner privaten Seite moodWay habe ich eine Bilderstrecke nur mit der E-P1 und dem 12-60mm erstellt. Da lässt sich ganz gut erkennen, wie es um die Bildqualität der kleinen Olympus bestellt ist. Meine Serie “Gebratene Außerirdische” zeigt auch Bilder aus der E-3. Die Mehrzahl der Fotos stammt jedoch ebenfalls aus der E-P1.
Testberichte
Pressemeldung
Was mir nicht gefällt
Der grundsätzliche Nachteil des (Micro) FourThirds Systems ist das Rauschen bei höheren ISO-Werten. Ich finde, dass man schon bei Werten ab 400-600 aufpassen muss. Wer ein Stativ benutzt, ist zumindest dann aus dem Schneider, wenn es um unbewegte Objekte geht. Alles andere wird dann schwierig … Weitwinkelfreunde müssen etwas mehr Geld auf den Tisch legen, um wirklich breite Bilder machen zu können. Sowohl das Panasonic 7-14mm, als auch das Olympus (FourThirds) 7-14mm liegen deutlich über 1.000 Euro. Wer das 12-60mm-Glas einkauft (ebenfalls FourThirds) muss auch noch immer knapp 1.000 Euro auf den Tisch legen, bekommt dann aber ein lichtstarkes 24-120mm Objektiv mit Ultraschallantrieb. Der Adapter von Micro-FourThirds auf FourThirds muss bei einigen Modellen auch noch extra bezahlt werden.
Was mir gefällt
Die ausgezeichnete Bildqualität. Das handliche Format. Die Flexibilität und die bereits befriedigende Objektivauswahl. Für Zoom-Fans ist natürlich die Brennweitenverlängerung von 2 eine feine Sache. Mein 50-200mm ist an der kleinen E-P1 (und an meiner E-3) ein 100-400 – bei einer Lichtstärke von 2,8-3,5 … Die kleinen Micro-FourThirds-Kameras sind definitiv die lange Zeit ersehnten Immerdabei-Modelle mit Spiegelreflex-Qualität.
Schön übrigens auch, dass zumindest die E-P1 inzwischen von Lightroom unterstützt wird. Aperture-User gehen hier nach wie vor leer aus.
Jörn





7 Kommentare »
Die PL ist die erste aus der Serie, die mich optisch sehr anspricht. Ich stell sie mir gerade in schwarz vor.
Die gibt es auch in Schwarz!
Ich beobachte die four|third-Entwicklung schon eine geraume Zeit, und mir gefällt ebenfalls sehr, was sich da tut. Für mich ist der Kauf eines solchen Systems viel wahrscheinlicher als der einer großen DSLR. Für den ambitionierten Hobbyfotografen ist das Konzept wie geschaffen.
Und wer sich ein bisschen mit Fotografie auskennt, weiß natürlich längst, dass es in erster Linie auf die Linsen ankommt, nicht auf die Megapixel.
Ich bin gespannt, ob sich Leica jemals auf ein Update seiner Digilux-Serie herablässt. Ich glaube das würde dem Image des four|third weitere Popularität verschaffen. Bei Panasonic kanibalisieren sich die Modelle zu stark mit den “Leica-Objektiv”-bestückten Kompakten und Bridgekameras. Fuji und Kodak (ebenfalls Lizenznehmer) haben ja meines Wissens noch immer nichts auf den Markt gebracht. Und Sigma kocht ja am Foveon-Chip, obwohl ebenfalls Lizenznehmer vom four|third.
Ich bin auf jeden Fall gespannt wie’s weiter geht, und verfasse schon mal einen ersten Entwurf meins Briefes an das Christkind
Dann schon mal viel Erfolg
Das hört sich alles wunderbar und toll an – aber kann man wirklich ohne einen optischen Sucher leben? Ich kann mir das nicht vorstellen….
Hallo Thomas,
doch, das geht. Zumindest für die beiden neueren Olympus-Modelle kann man einen Aufstecksucher dazukaufen. Der funktioniert zwar elektronisch, soll aber sehr gut sein. Ich mag beides – also das Fotografieren mit Sucher und das mit dem Display.
Meine Augen bin ich im Winter ständig am trocken wischen, so gesehen komme ich ohne den Sucher ganz gut zurecht. Und schön das Olympus das System ausbaut. LX3 und Leica D-Lux 4 werden es schwer haben gegenüber dem Micro-Four Thirds. Ich sehe es ja selber, die LX3 macht zwar sehr gute Fotos, aber an die Pen kommt sie nicht heran.
Was ich mir wünschen würde, eine puristische Pen, ohne diese Menu Programme, ohne Blitz (haben wir ja), ohne Video Funktion. Ähnlich wie die neue Leica X1, bei dieser kann man halt keine Objektive wechseln, und ob sich der Preis gegenüber eine Pen rechtfertigt?
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