Wer kennt sie nicht – die „unverzichtbaren“ Zubehörteile aus alten Zeiten. Damals ging es nicht ohne und heute kennen die jüngeren Apple-User die besagen Produkte oft nicht mal mehr vom Hörensagen.
Iomega
Mein bestes Beispiel: Die Iomega ZIP-Laufwerke! Ich hatte erst die mit 100 MB (wenn ich es korrekt erinnere, auch in meinem Blue & White G3) und später die 250er Version in einem externen Laufwerk. Die waren soooo praktisch! Mein 250er wurde dann irgendwann zu klein und ich kaufte mir das Iomega JAZ. Leider war das ein Fehler, denn das Ding war ständig kaputt. Irgendwann habe ich diese Art von externem Laufwerk nicht mehr gebraucht und dann vergessen.
Apple-Geoport
Richtig cool fand ich damals mein Geoport-Modem! Das hatte erst eine recht langsame Verbindung, wurde von Apple aber immer wieder upgedatet, so dass es irgendwann – für damalige Verhältnisse – richtig fix war. Ich mochte das Teil!
Apple PDS
Apples PDS-Slot (Prozessor Direct Slot): Gab’s bereits im SE30. Da konnte man z. B. eine Grafikkarte reinstecken und bekam so zum eingebauten 9“ Schwarzweiß-Monitor die Möglichkeit einen 13“ od. 14“ Apple RGB Monitor anzuhängen – nicht als Spiegel, sondern zusätzlich! Das war wohl die erste 2-Monitor-Lösung am Markt. In den Quadras diente der PDS-Slot z. B. der Möglichkeit Cache-Module einzusetzen, die die Rechenleistung um bis zu 25 % steigerten und im 6100er (der Pizzaschachtel) konnte man später eine G3-Prozessorkarte mit 233 Mhz. nachrüsten.
Apples erster LCD-Monitor
15 Zoll, geiles Design (transparenter Kunststoff, ursprünglich dunkelblau und dann im B/W-Design). Der hatte zusätzlich zum VGA-Signaleingang noch einen ADB-Uplink und Splitter und sowohl Audioeingänge (und natürlich Kopfhörerausgang) als auch Composit- und S-Videoeingänge. Außerdem wurden 2 unterschiedliche Standfüße geliefert: ein AML und ein Teleskopfuß mit horizontaler Schwenkbarkeit.
Apples Power CD-Laufwerk
Dieses graue externe Laufwerk, das sowohl als Stand-Allone Audioplayer funktionierte, wie auch als Datenlaufwerk am Mac. Zusätzlich war das Teil auch noch Photo-Cd-tauglich nach Kodak-Standard.
Apples Newton
Seiner Zeit so weit voraus, dass er leider sterben musste. Niemand hatte 1993 Verwendung für ein derart komplexes PDA-System. Trotzdem war es der Vorläufer für alles was danach kam. Hier der Link von Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Newton_(PDA)
Apples ColorStylwriter
Ein wahres Wunderding. In seiner Standardausführung ein günstiger Tintenkleckser. Allerdings gab‘s die Möglichkeit einer Apple-Talk-Box, einfach zum aufstecken, damit war das Teil Netzwerkfähig. Kombiniert mit einer von Asante hergestellten Etherprint-Box war das Teil dann ethernetfähig. Und mit der Software StyleScript wurde schließlich aus einem ursprünglich simplen Quickdraw Einzelplatzdrucker ein netzwerkfähiger Postcript-Farbdrucker. Geniale Individuallisierbarkeit!
3dfx
Auch der übrige Zubehörmarkt war spannend und vielfältig! Da gab es z. B. die legendären Grafikkarten von 3dfx (in 2000 von NVidia übernommen): Für Apple bauten sie zuletzt die Voodoo 4500 und 5500 und gehörten in den 66 Mhz.-PCI-Slot im BW G3. Die 5500er hatte für damalige Verhältnisse sage und schreibe 64 MB Video-RAM (das gab‘s bei Apple erst in den G4-Dual MDD mit der Radeon 9000) und 2 (!) Grafikprozessoren verbaut und lieferte eine max. Auflösung von 2048×1536 Pixeln!
Radius
Dann waren da noch die Produkte von Radius: Einerseits die Beschleunigerkarten (Radius Rocket mit eigenem RAM) für die 680×0-Generation. Andererseits natürlich die legendären Grafikarten die die 10 wichtigsten Photoshop-Funktionen um das 1.000-fache beschleunigt haben.
Soweit der Rückblick – und was hat sich verändert?
Der Zubehörmarkt scheint sich deutlich verkleinert zu haben. Heute bekommen wir von Apple Produkte, die sich von der Hardwareseite kaum noch aufrüsten lassen, bzw. grundsätzlich komplett sind. Ich finde es im Rückblick faszinierend, wie viele Produkte mir damals begehrenswert erschienen und wie nachgeordnet sie aus heutiger Sicht sind.
Aber: Ist heute alles besser, oder ist uns ein Stückchen Individualisierbarkeit abhanden gekommen? Was denkst du?
Jörn





4 Kommentare »
Das 100er Zip-Laufwerk hatte ich auch. Allerdings ging es zweimal kaputt, innerhalb von einem Jahr (der Klacker-Fehler). Deshalb hab ich danach auch die Finger von weiteren Iomega-Produkten gelassen.
Damals war das igendwie schön – und auch nötig. Nur heute besitzt jeder Mac bereits Prozessoren, Grafik, etc. die stark/groß genug sind, um einige Jahre über die Runden zu kommen, dann kauft man sich ohnehin einen neuen Mac. Ich finde es zwar schade, dass wir nicht mehr mit Steckkarten hantieren dürfen, allerdings fehlt heute schlicht und einfach die Notwendigkeit dafür. Wer würde denn einige hundert Euro mehr für Individualisierbarkeit bezahlen? Für die Profis bleibt noch der Mac Pro.
Das erinnert mich an eins: Die PowerBooks mit den genialen Einschüben an der Seite. Da konnte man z.B. einen zweiten Akku reinstecken, oder ne Festplatte, und so weiter.
Übrigens: Kostete der 15 Zoll LCD damals nicht über 3000 Euro?
Rein aus nostalgischen Gründen mag ich immer noch die alten Knubbel-iMacs und die ersten iBooks, weil Apple damals der Welt gezeigt hat, das Computer nicht langweilig aussehen müssen….so als alte Größen!
Mit Prozessorupgrades habe ich auch so meine Erfahrungen gemacht. Mein 7300 wurde damals auch mit Upgrades gefüttert.
Dann hatten wir als Büroknecht noch einen 4400er mit nem 603 PPC drin, der sich wegen des fest auf dem Mainboard verlötetem PPC nicht so einfach upgraden lies.
Von Sonnet (?) gab es dann eine Upgrade-Karte mit G3-Prozessor, die sich über den PCI-Slot installieren lies, dazu eine Systemerweiterung, die den 603 beim Booten umging…..was ein Spass
Zip und Jaz-Laufwerke hatte ich auch, nicht zuletzt weil die Teile als Datenträger für Akai-Sampler fungierten….jajaja damals passte eine Samplelibrary noch auf ein Jaz-Medium und war meist selbstgemacht und kam nicht aus einer 70 Gig-Werkslibrary.
Auch beliebt waren die Lindy VGA-Adapter mit den netten Dip-Schaltern, um einen “Baumarktmonitor” am PowerMac betreiben zu können.
Legendär auch meine SCSI-Kette, hinten mit Terminator.
War immer ein Fest, wie man seine Festplatten, Bandlaufwerke, Scanner und sonstiges Gedöhns in die richtige Reihenfolge bringen musste, damit alles spielte.
Legendär auch die erste 16 GB-SCSI-Platte in unserm Studio um 1999….da war man mit 16 GB aber so was von Chef auffem Acker.
Richtig cool fand ich damals meine KORG 1212 PCI-Audio-Karte, die hätte ich gerne heute noch.
Hallo Heiko,
den 7300er hatte ich auch mal. Den fand ich richtig klasse! War schick gelöst von Apple, wie man an die Innereien des Computers gelangen konnte.
Jörn
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