Apple Macintosh G4 – eine Abschiedsrede
in Erlebt by jrgen, 11. Juni 2007 - 7 Comments »
Lieber G4!
Du warst mein Musik-Computer seit 2001 und jetzt ist Dein Abschied gekommen. Im Jahr 2001 warst Du eines der beiden Top-Modelle unter den Macs, Du konntest mit einem Doppelprozessor aufwarten, mit 2 x 533 MHz.
Dein Bruder hatte einen Singleprozessor mit 733 MHz, aber laut Test in der Mac-Up warst Du die bessere Wahl, wenn man für Dualprozessoren optimierte Software verwendete. Da Logic dazu in der Lage war, habe ich Dich ausgewählt. Es war dann nicht so leicht, Dich zu bekommen, denn ich musste erfahren, dass es Dich nur “built to order” im Apple Store gab. Also wurdest Du dort geordert und ich gönnte Dir (oder mir?) noch die beste Grafikkarte, die G-Force 3, damit konnte man 2001 sogar Gamer neidisch machen, weil es auch die beste Spiele-Grafikkarte am PC war – natürlich nur für kurze Zeit.
Kaum hatte TNT Dich in einem großen Karton abgeliefert, wurdest du schon auf den Schreibtisch gestellt, zum Vergleich mit meinem “Büro”-Computer, G4 450 MHz. Du zeigtest Dich auch sofort als leistungsstärker in allen Bereichen, leider auch in der Lautstärke. Für einen Musik-Rechner nicht gerade ideal, aber eine Alternative gab es nicht. Spätere Nachfahren Deiner Spezies waren noch viel lauter, die “Mirror-Drive-Door”-Generation nämlich konnte es in der Lautstärke mit Staubsaugern aufnehmen. Aber wie gesagt, so laut warst Du nicht, und unten im Geräte-Rack ging es dann auch ganz gut.
Ich habe Dich dann aufgerüstet.
1,5 GB Arbeitsspeicher, die PowerCore PCI-Karte, eine zweite Grafikkarte um zwei Monitore betreiben zu können.
Du kamst mit einer 76 GB HD, eine zweite Festplatte mit 120 GB baute ich Dir zusätzlich ein, aber auch das reichte bald nicht mehr für Harddisk recording. Als ich dann zwei 250er einbaute, musste ich feststellen, dass Apple das nicht vorgesehen hatte, nur je 128 GB wurden erkannt. Zum Glück gibt eis ein kleines Hilfsprogramm (da hat mich jemand von Apple Forum “Apple discussions” drauf gebracht). Mit dem Programm konnte ich die Platten partitionieren, was das Apple Festplatten-Programm in diesem Fall abgelehnt hatte, und so die volle Kapazität nutzen.
2006 bekamst Du dann noch eine USB 2.0 Karte von Vivanco spendiert und das klappte auch prima.
Wie war unsere Zusammenarbeit?
Man soll zum Abschied nichts Schlechtes sagen, und das habe ich auch nicht vor. Du kannst sicher nichts dafür, dass Du mich anfangs etwa einmal pro Woche mit “Kernel-Panic” begrüßt hast. Mit jedem Mac OS X Update wurde das weniger, also lag es wohl eher am Betriebssystem.
Jetzt läuft eigentlich alles super, aber die PlugIns werden immer anspruchsvoller und immer mehr als die Hälfte aller Spuren in Logic mit der “Freeze”-Funktion zu verwenden, macht nicht wirklich glücklich.
Du warst und bis ein zuverlässiger Rechner. Ich danke Dir.
Jürgen Drogies


Seufz…
Ehrlich, ich kann dich soooo gut verstehen! Mir ging es so mit meinem damaligen Blue&White G3 (schon der mit 350 MHz.). Man, das war so ein geiler Computer…
Hach ja.
Jörn
Und was hast du jetzt für einen Mac, Jürgen?
Hallo Ulf, ich habe jetzt den, den Du für ML getestet hast, habe ich aber erst gestern entdeckt
MacPro 4 x 2,66, da will ich auch was drüber schreiben, fehlt gerade etwas die Zeit, aber kommt noch.
Hi Jürgen,
ja kann ich Dir nachfühlen….ähnlich ging es mir, als ich meinen G4 MDD in den Ruhestand versetzte.
Grüße,
Heiko
Ich könnte auch so eine Abschiedsrede halten. Aber die würde wohl nicht ganz so positiv ausfallen. Mein Blue&White G3 hat mich schlicht in den Wahnsinn getrieben, der iMac und auch das Titan-Laptop haben auch gerne mal übel herumgezickt.
Das Titan-Laptop wartet jetzt in meinem Büro auf eine Aufgaben und der iMac hilft mir in meinem Studio Daten zu konvertieren, und niemand, der mich besuchen kommt sagt noch: “Der ist aber süüüüüüüüüß!” Schade, eigentlich…
Ich schreibe diesen Eintrag mit einem Sony Vaio. Das Gerät selber hat natürlich auch Macken. Das Betriebssystem (XP Professional) macht genau das was es machen soll: Ich kann mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren (Grafik & Musik).
Danke, Mac OS, dass Du mir gezeigt hast wie inspirierend es sein kann mit Computern zu arbeiten, Danke dass Du mir Sicherheit bei der Arbeit mit und am Computer gegeben hast! Danke und Good-bye!
Hallo Bernhard,
schade, dass du gerade mit dem Blue&White so viel Ärger hattest. Für mich war dieser Mac einer der besten überhaupt! Vom Titanium hat man vor allem in Sachen Materialqualität viele schlechte Dinge gehört und der iMac – nun ja, ich denke, dass der für Apple einfach nur gut war.
Jörn
Für die bei mir anfallenden Aufgaben würde er noch völlig ausreichen, falls Du also ein neues “zuhause” für ihn suchst, mein PBook würde sich über einen solchen Nachbar nicht beschweren.
Melde Dich mal, falls Du Zeit hast
W.