Apple LED Cinema Display 27-Zoll

in Allgemein by jrgen, 20. Oktober 2010 - 28 Comments »

Schon als im letzten Jahr der iMac mit 27-Zoll Monitor auf den Markt kam, gab es Vermutungen, dass das Display bald auch ohne eingebauten Computer zu haben sein würde. Es hat dann aber doch recht lange gedauert bis daraus Wirklichkeit wurde. Am Montag, den 15. Oktober 2010 bekam ich die Lieferung vom Apple-Store und inzwischen hat sich der Monitor bei mir “eingelebt” sodass ich einen kurzen Erfahrungsbericht schreiben kann.

In der Apple-Werbung und auch auf dem Verpackungskarton ist das Display zusammen mit einem MacBook Pro abgebildet. Das fest angebrachte Anschlusskabel teilt sich am Ende in drei “Strippen”, Mini-Display Port, USB und MagSafe, der magnetische Stromstecker zum Aufladen von Notebooks. Dieses Mini-Multicore-Kabel ist knapp 1,20m lang, bzw. kurz. Da der Monitor bei mir am Musikrechner Mac Pro angeschlossen wird, der seitlich unten in einem Rack untergebracht ist, reicht es nur knapp. Es wäre schön gewesen, hätte Apple hier eine Verlängerung mitgeliefert, so wie man bei einem neuen Mac seit Jahren eine USB-Verlängerung für die Tastatur bekommt, selbst wenn man die drahtlose Version bestellt hat.

Ich zeige hier keine Fotos, die den Produktfotos von Apple ähnlich sind, die kann man sich ja auf der Website des Herstellers ansehen. Die Bilder sind mit einer schon etwas betagten Sony Digitalkamera am Musik-Arbeitsplatz aufgenommen, mit allen Kabeln und was sonst noch darum herum steht. Als zweites Foto die Seitenansicht, auch da hat der Designer sich Mühe gegeben.

Wie man sieht, habe ich auch die drei USB-Anschlüsse auf der Rückseite schon belegt und zwar mit der “Ersatzmaus mit Kabel” (Traue nie einem kabellosen Nagetier!), einem Scanner (nicht im Bild) und einer externen Festplatte.

Fuß und Gehäuse sind aus Aluminium und entsprechen in der Verarbeitungsqualität den aktuellen Unibody Computern. Die Verarbeitung ist insgesamt tadellos, da gibt es nichts zu meckern. Das Apfel-Logo vorn und hinten ist chromglänzend wie seine Geschwister auf dem iPod oder iPhone.

Das nächste Bild heißt “Schöner Rücken kann auch entzücken”.

Das LED Cinema Display hat neben dem bereits vorgeführten USB-Hub noch ein Mikrofon, eine iSight Kamera und Lautsprecher an Bord. Um mit den Lautsprechern anzufangen: Da Apple von 2.1 spricht, gibt es neben den Stereolautsprechern auch einen eingebauten Subwoofer, von dem man sich aber nicht zu viel versprechen darf. Meine Soundsticks mit Subwoofer, die ich zur Zeit am Notebook betreibe, klingen wesentlich besser, aber das war auch nicht anders zu erwarten. Der Sound, der aus dem Monitor kommt, ist wirklich nicht schlecht, auf jeden Fall um Klassen besser als andere eingebaute Monitorlautsprecher, die ich kenne. Auch die mit manchen PCs gelieferten kleinen “Brüllwürfel” kann man dagegen vergessen. Verglichen mit den Lautsprechern im iMac 27-Zoll finde ich, dass sie etwas “hohl” klingen, anscheinend dämpft die Elektronik im iMac Resonanzen des Gehäuses, da der iMac ja ziemlich mit Technik vollgestopft ist. Das ist aber nur mein ganz subjektiver Eindruck.

Das Mikrofon habe ich beim Video-Chat ausprobiert. Es scheint gut geeignet zu sein, obwohl es auf der Oberkante angebracht ist und ich befürchtet hatte, dass zuviel vom Raum übertragen würde. Das ist aber offenbar nicht der Fall (Ich konnte es selbst nicht hören, ich war ja nicht am anderen Ende). Besser als die Kamera in meinem MacBook Pro gefällt mir die im neuen Display. Sie zeigt einen größeren Winkel und ist deshalb auch gut geeignet, wenn sich mehr als eine Person davor setzt.

Hier das Vorschaubild im Fenster “Einstellungen” von iChat, etwa in Originalgröße:

Mit mehr als 1000 Euronen ist das LED Cinema Display nicht gerade billig. Ich habe deshalb vorweg folgenden Test gemacht, der auf meine Anwendung zugeschnitten ist. Die Auflösung beträgt 2560 x 1440 Pixel. Das entspricht in der Breite genau den beiden 19-Zöllern, die ich vorher benutzt habe, in der Höhe gewinne ich sogar noch ca. ein Drittel dazu. Die Darstellung ist aber stark verkleinert, was sich vor allem bei Schriftzeichen bemerkbar macht. Ich habe vorweg Screenshots von meiner Hauptanwendung, dem Programm Logic gemacht. In Photoshop habe ich daraus ein entsprechend großes Bild erzeugt und dieses auf einem iMac 27-Zoll  zur Probe betrachtet. (Ich konnte dort nicht extra Logic installieren.) Ich war zufrieden und bin es in der realen Situation auch immer noch. Zwar erscheinen einige Schriften winzig klein, aber durch den hohen Kontrast und die sehr gute Bildschärfe sind diese winzigen Schriften gut lesbar.

Wie ein MacBook hat der neue Monitor eine automatische Helligkeitsanpassung, die man aber auch ausschalten kann. Die LEDs bringen wirklich viel Licht, es wird wohl kaum jemand die Helligkeit voll aufdrehen wollen. Die Farbwiedergabe stellt mich sehr zufrieden, für Grafiker, die digitalen Proof für Printmedien brauchen, kann ich allerdings keine Aussage machen. Und das Thema “glossy”? Ich steh’ auf dieses Teil und habe viel Geld dafür hingeblättert, also soll es keiner mies machen – OK?! – Naja, ganz ehrlich (bitte nicht weiter sagen!), wenn ich wählen könnte, dann würde ich auf den Spiegel verzichten. Und auch darauf, beim Ansehen von DVDs in dunklen Szenen selbst “im Bild” zu sein, könnte ich verzichten. Aber ich gucke sowieso keine Filme am Computer, also abgehakt!

Schon beim iMac wurde von manchen Usern (und Bloggern) das 16:9-Format kritisiert. Abgesehen davon, dass man damit TV und DVD ohne schwarze  Balken ansehen kann, ist es vorteilhaft z.B. Photoshop und einen HTML-Editor nebeneinander im Blick zu haben. Für mich ist es bei Logic sehr gut, die Tracks und den Mixer gleichzeitig über den ganzen Bereich sehen zu können, wie das letzte Foto zeigt:

Ein ganz kurzes Schlusswort:

Kabel-Länge für Minidisplayport kritisch, wenn der Rechner nicht auf dem Schreibtisch steht. Glossy-Display müsste nicht sein, stört mich aber nicht wirklich. Verarbeitung und Features sehr gut.