Ehrlich nervt am längsten
in Allgemein by jrgen, 20. Dezember 2010 - 28 Comments »
Nicht der CIA oder KGB, nein die GEZ ist der einzige Spionagedienst mit Fernsehwerbung! In Zukunft hat diese Organisation ja ausgedient, aber einen Spot möchte ich hier mit eigenen Worten sinngemäß nacherzählen (war leider bei YouTube auf die Schnelle nicht zu finden).
Da zeigt ein Typ auf den Ghettoblaster seines Kumpels und fragt: „Zahlst du dafür Rundfunkgebühren?“ Antwort: „Alder, der is ja nich mal gekauft!“ (Das Teil funktionierte trotzdem genauso als wäre es bezahlt und angemeldet.)
Was hat das mit Apple-Produkten zu tun?
Für meinen Mac Pro habe ich mir Windows 7 und Parallels Desktop besorgt. Gekauft. Angemeldet. Alles gut? Von wegen. Zuerst habe ich vorschriftsmäßig die Installation mit Bootcamp durchgeführt, die Seriennummer eingegeben, online registriert – alles klar. Als Desktop Hintergrund für Windows habe ich dann Deutsche Landschaften ausgewählt. Alles schön bunt und funktioniert, auch das Internet. – Geht doch!
Danach habe ich dann Parallels installiert. Es ist ja praktisch, beide Systeme auf dem Desktop zu haben und ohne Neustart von der Windows-Partition Windows nutzen zu können. Zunächst verlief wieder alles problemlos, aber die Freude war nicht von langer Dauer. Big Brother Microsoft is watching you! Zuerst haben sie mir den Bildschirmhintergrund weggenommen. Alles nur noch schwarz, auch wenn die Funktionen des Betriebssystems nicht beeinträchtigt sind. Ein Fenster springt auf: „Sie sind möglicherweise einer Softwarefälschung zum Opfer gefallen.“ Was für ein dummer Spruch! Dahinter steckt doch eigentlich: „Du hast Windows geklaut.“ So wie andere Diebe Autos oder Handtaschen klauen. Klauen, nicht fälschen. Ist schon mal jemand ins Gefängnis gekommen, weil er ein Auto gefälscht hat? Mich macht das ehrlich gesagt wütend, denn – ich wiederhole mich nur ungern: Ehrlich gekauft! Gewissenhaft registriert!
Inzwischen habe ich mich informiert. Windows erkennt die Umgebung Parallels Desktop als eigenen Computer, auf dem das System nicht registriert ist. Es ist doch aber nur ein und der selbe Rechner! Wie sage ich das Microsoft? Hotline anrufen? Das ist so ziemlich das letzte wonach mir der Sinn steht. Stundenlang nervige Musik am Telefon und die Stimme „Leider sind zur Zeit alle Mitarbeiter ausgelastet.“ Dann schon lieber ein schwarzer Desktop.
Wenn anschließend wieder Windows direkt von der Bootcamp Partition gestartet wird, muss erneut online aktiviert werden. Das geht zwar schnell und ohne Eingabe der Seriennummer, ist aber lästig. Warnmeldungen gibt es verschiedene, damit die Sache auch nicht langweilig wird, eine davon habe ich als Titelbild für diesen Beitrag gewählt.
Apropos Parallels. In Science-Fiction-Stories gibt es doch auch Parallelwelten. Die sind am gleichen Ort, also wie im gleichen Computer, aber in unterschiedlichen Dimensionen. Hilft das irgendwie weiter? Für Tipps und Vorschläge wäre ich dankbar.


Zur GEZ eine Ergänzung: Es ist auch mit einem neuen Rundfunk-Staatsvertrag nicht geplant, diese – ähm – “Organisation” zu schließen.
Noch was zum Thema “ehrlich”. Wenn ich mir ‘ne DVD kaufe, muss ich mir ständig diese Raubkopiererkacke ansehen. Das ärgert mich immer wieder.
Na ja, der Spot mit den singenden Kindern vor dem Gefängnis ist doch zumindest mal ganz nett gewesen … Ist aber schon ein Weilchen her.
Zum Glück gibt es auf neueren Produktionen nicht mehr die “Happy Birthday” plärrenden Kinder vor der Zuchthausmauer. Beim ersten Mal fand ich es noch witzig: “Wann kommt Papa nach Hause?” “Noch drei Mal singen.”
Ich kenne das Problem schon von Parallels 2 – hatte gehofft, dass das inzwischen gefixt ist. Tja, weit gefehlt.
Das Problem ist eben, dass wenige bereit sind, für Windows zu zahlen … deswegen muss M$ solche Schutzmechanismen einbauen …
Ich glaube auch nicht, dass Parallels da etwas dafür kann, MS ist wohl hier “schuldig”.
Also bei uns in der Firma ist es auch so, dass virtuelle Maschinen als “eigene” Computer gelten und die entsprechenden Betriebssysteme Lizenzen verlangen. Also sowohl die harte wie auch die virtuelle Windowsinstallationen sind jeweils eigens lizensiert.
Klar für den Heimanwender ist das lästig, aber wenn man mal etwas über den Tellerrand schaut ist es doch eigentlich recht einsichtig: wären die virteullen Lizenzen quasi “kostenlos”, würde es ja reichen, wenn man für seine Firma eine OS Lizenz kauft und den Rest seiner Arbeitsplätze virtualisiert.
Im Grunde sieht es bei Apple nicht anders aus: meines Wissens sind nur Virtualiserungen von SL Server “erlaubt”, und jede virtuelle Maschine bedarf einer eigenen Lizenz.
Mein 6Kern-AMD mit Win7 geht heute in die Bucht. Ich hab’s so dermaßen satt!
USB-Gerät einstöpseln: Win7 friert ein. Kaltstart.
USB-umstöpseln: Win7 friert ein.
Firefox starten: Win7 friert ein.
Irgendeine Software installiert: “einer der Datenträger muss auf Konsistenz geprüft werden” CheckDisc läuft also durch.
Irgendeine Software de-installiert: “einer der Datenträger muss auf Konsistenz geprüft werden”
Nun hab ich auf der 2. HD Ubuntu installiert. Das läuft recht stressfrei. Leider gibt’s auch für Ubuntu keiner Treiber für meinen Scanner, Drucker, whatever.
Merke: nie wieder ein Canon-Produkt kaufen!
@heiko: das Problem ist doch hier dass du ein und dieselbe Installation mit unterschiedlicher Hardware betreibst. Einmal direkt auf dem MacBook, einmal mit virtueller Parallels-Hardware. Schuld sind also beide – oder keiner, wie man’s nimmt.
genau, deshalb bei strenger auslegung: zwei mal hardware = 2 mal lizenz, egal ob real oder virtuell.
… das wäre ja schön mit den zwei Lizenzen. Bringt aber wohl nichts, da es ja die selbe Installation ist. Schade, dass die Tastaturbeleuchtung beim Macbook Air nach dem Windows Standby nicht von selber angeht wenn es als Bootcamp läuft. Und natürlich, dass ich durch Bootcamp mich wohl nie richtig mit MAC OS beschäftigen werde weil der ständige Bootcamp Neustart ärgerlich ist.
will also sagen, wenn Jürgn sein Problem los werden möchte und zwei Installationen Parallel betreiben möchte ohne jedesmal neu zu autorisieren, bräuchte er zwei Lizenzschlüssel.
Dann versuche ich lieber Windows “Parallels only” zu aktivieren. Den “echten Windows-Mac” habe ich früher für Wavelab gebraucht, weil Parallels mein Firewire-Interface nicht erkannt hat. Jetzt habe ich Wavelab in der Mac-Version und brauche Windows nur noch um Webseiten zu kontrollieren, die ich für mich und einen Musikerkollegen gestalte. Vor allem Schrift sieht leider immer noch unter Mac und Win unterschiedlich aus.
Gruß
Jürgen
Genauso ist es. Es sind 2 Rechner! Auch wenn der eine eine virtuelle Machine ist. Das macht lizenztechnisch aber keinen Unterschied! Hier ist also weder Parallels noch Microsoft dran Schuld.
Nur eine Frage: Hast du Windows unter Parallels nochmal installiert oder die Option “Bootcamp-Partition verwenden” ausgewählt? Würde mich interessieren, ob man bei letzterer auch nochmal aktivieren muss.
Ich persönlich würde mich freuen, wenn wir Windows in Zukunft im Mac App Store kaufen könnten.
Keine Lizenzprobleme mehr. Und vielleicht auch noch schön günstig.
So ‘ne Option gibt’ bei Parallels? Das wäre ja cool…Macht Parallels dann ein Image? Wobei durch die andere Hardware des virtuellen Hosts eigentlich eine Reaktivierung erforderlich wäre…Hmmm…Wäre mal interessant zu wissen…
Lizenzrechtlich wäre das nicht sauber
Parallels erzeugt für die virtuelle eine Maschine eine neue Mac-Adresse, und da haben wir doch wieder unser “Zwei-Maschinen-Problem”.
Aber letztlich verwendet man doch die selbe Installation? Ich meine, die Mac-Adresse würde sich auch ändern, wenn man bei nem PC einfach ein paar Teile austauscht. Ist doch im Prinzip das selbe hier?
Ja, aber die mac-adresse-relevanen teile würdest du in der regel bei defekt tauschen und nicht bei jedemboot-vorgang.
hannes, letztlich ist das auch nichts anderes, wie wenn du eine windows-lizenz kaufst und du dir die dann auf fünf verschiedenen computern installierst und lizensieren willst.
Okay – es ist lizenzrechtlich nicht ganz in Ordnung. Aber würde es technisch funktionieren – ohne ständige Neuaktivierungen? Vermutlich müsste man halt jedes mal neu aktivieren, wenn man statt Parallels wieder wirklich Bootcamp verwendet, und umgekehrt, oder? Andererseits lässt sich die Hardware der virtuellen Mashine ja auch beliebig umstellen ohne neu aktivieren zu müssen … Müsste man mal ausprobieren.
Wenn ich von der Bootcamp Partition starte, kann ich jedesmal neu aktivieren, falls ich vorher Parallels laufen hatte. Aber unter Parallels ist gar keine Aktivierung möglich, weil Windows schon “auf einem anderen Rechner” mit der Seriennummer registriert wurde. Es läuft aber trotzdem sozusagen “in Probezeit” und die scheint jedes Mal neu zu beginnen, wenn ich unter Bootcamp neu aktiviert habe.
Ja, die Option gibt’s schon ziemlich lange in Parallels. Dauert das erste mal ziemlich lange, dann geht’s eigentlich ziemlich fix. Dazu wird einfach die Festplattenpartition als Image verwendet – klar gibt’s da noch einige technische Hürden, davon merkt man mittlerweile bei Parallels aber kaum mehr was.
Ich habe “Bootcamp Partition verwenden” gewählt. Es gibt nur ein Windows auf meinem Mac.
Ich habe gerade etwas Neues erfahren. Ich besitze eine Win 7 Home Edition. Bei der Professional Edition soll es erlaubt sein, zusätzlich XP als “virtuelle Maschine” zu betreiben. Ob das auch für Parallels Desktop auf dem Mac gelten würde?
Leider nicht, da dieses XP nur innerhalb einer Virtualisierung IN Windows laufen würde. Das heißt, du müsstest Win 7 ganz normal starten, dann würdest du in Win7 die Virtualisierungssoftware starten, die dann Win XP virtualisiert. Wenn Win7 auch schon virtualisiert ist, bräuchte man dazu wohl ziemlich viel Rechenpower … (die du ja hättest)
Bleibt der Schluss zu ziehen, dass man sich wohl zwischen Bootcamp und Parallels entscheiden muss … (Wobei ich mich selbst auf dem MacBook schon für Parallels entschieden habe – Version 6 ist einfach sau schnell!)
Ja, Parallels ist einfach sehr praktisch. Man kann Webseiten, an denen man arbeitet, gleichzeitig in beiden Umgebungen ansehen, wenn man es in einem Fenster laufen lässt.
Das Problem kenn ich von VMware Fusion, allerdings lässt es sich dort lösen, indem man VMware Tools installiert – dann muss man nur in VMware einmal aktivieren und nochmal in Boot Camp, ab dem nächsten Mal funktioniert alles (bei mir zumindest) problemlos.
Gibt’s bei Parallels vielleicht auch so Zusatztools, die man in der VM installieren kann?
Ja, die Tools sind installiert. Sie ermöglichen drag & drop usw. aber haben keinen Einfluss auf die Aktivierung.