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    Test: B&W Zeppelin Air

    in Testberichte by jrgen, 2. Juni 2011 - 8 Comments »

    Test: B&W Zeppelin Air

    Der Zeppelin Air von Bowers & Wilikins

    Im Jahre 2008 startete der Zeppelin von Bowers und Wilkins zu seinem Höhenflug als iPod-Dock der besonderen Art. Von Kritikern gelobt und von Design-Fans und Klangspezialisten gleichermaßen geliebt, hielt er sich drei Jahre lang an der Spitze seiner Geräteklasse. Erst 2011 erschien als würdiger Nachfolger der Zeppelin Air.

    Für alle, die den Vorgänger kennen, hier in Stichpunkten die wichtigsten Neuerungen:

    • Drahtloser Betrieb über W-LAN
    • Noch besserer Klang
    • Synchronisation eines im Dock befindlichen Geräts mit iTunes über USB

    Das auffälligste neue Feature ist – wie der Namenszusatz „Air“ schon sagt –  die AirPlay-Funktion. Endlich ist es möglich, Musik kabellos von einem iPod, iPhone, iPad, Mac oder PC über Hi-End Lautsprecher wiederzugeben, einfach über das vorhandene W-LAN Netzwerk.

    Nachdem ich das Testgerät ausgepackt hatte, machte ich mich als erstes daran AirPlay auszuprobieren. Für das Einrichten im Netzwerk liegt dem Zeppelin eine detaillierte, bebilderte Beschreibung bei. Leider verlor ich einige Zeit mit vergeblichen Versuchen weil ich versäumt hatte, ein Firmware-Update herunter zu laden und zu installieren. Ich empfehle also auf jeden Fall zuerst auf der Website des Herstellers nach Updates zu suchen. Dort lässt sich auch die vollständige Bedienungsanleitung im PDF-Format downloaden. Die Einrichtung erfolgt am Mac oder PC über ein mitgeliefertes Ethernet-Kabel, das mit dem Zeppelin verbunden werden muss. Die Prozedur erfordert unter anderem die Eingabe des Netzwerk-Kennworts über ein Browserfenster. Hat man irgendetwas falsch gemacht, muss man das Gerät zurücksetzen. Dazu drückt man die Reset-Taste auf der Rückseite des Zeppelin mit einem Draht, einem spitzen Gegenstand oder einer aufgebogenen Büroklammer. Die Büroklammer hat demnach auch in der digitalisierten Welt noch nicht ausgedient! Das hört sich etwas kompliziert an, man muss es aber nur einmal richtig machen, dann hat sich der Zeppelin die Einstellungen gemerkt. Mit der richtigen Firmware im Bordcomputer ist der Zeppelin Air nach wenigen Minuten im Netz. Das Ethernetkabel kann nun entfernt werden und das Gerät lässt sich überall im Bereich des Heimnetzwerks platzieren, nur noch das Netzkabel muss mit der Steckdose verbunden sein. Erfreulicherweise ist kein externes Netzteil nötig.

    “On Air” – mit iTunes auf Sendung

    Wenn man jetzt iTunes am Mac oder PC startet, erscheint im Balken rechts unten neben dem „Genius“-Icon, das wie ein Atommodell aussieht, ein neues Symbol. Hier lässt sich in iTunes die Wiedergabe über „entfernte Lautsprecher“ wählen. Das gleiche Symbol  erscheint neben dem Symbol „Titelsprung vorwärts“ im Display transportabler Geräte. Mit einem Klick darauf lassen sich Geräte mit AirPlay-Funktion zur Wiedergabe auswählen. Da in meinem Fall kein anderes Gerät im Netz war, erschien dort nur „Zeppelin Air“. Name und „Kennzeichen-Nummer“ des Geräts werden nach der Auswahl am unteren Fensterrand von iTunes angezeigt. Für den Fall, dass man mehrere Zeppeline besitzt, unterscheidet man sie nach Nummer, man kann aber bei der Einrichtung im Netzwerk auch einen eigenen Namen vergeben, z.B. „Graf Zeppelin“ oder gar „Hindenburg“. Ich konnte nun alles, worauf iTunes sich versteht, über den Zeppelin hören, also nicht nur die in der Library gespeicherten Songs, sondern auch die Webradio-Stationen (ich hatte nicht gewusst, dass das inzwischen hunderte sind) und Musik direkt von CDs im Computer-Laufwerk. Auch die YouTube App für iOS-Geräte besitzt die Möglichkeit, den Ton über AirPlay abzuspielen.

     

    AirPlay Auswahl in iTunes und (ganz rechts) am iPod

    AirPlay ist eine überaus praktische Sache und funktioniert zuverlässig.

    Wenn der Zeppelin sich im Sleep-Modus befindet (LED hellrot) kann man ihn direkt „anfunken“, man startet die Musik am Wiedergabegerät, die LED wechselt zur Farbe lila und die Musik ist sofort hörbar. Im Standby-Modus (LED dunkelrot) muss man zuerst am Gerät oder auf der Fernbedienung die Einschalttaste drücken. Die LED blinkt darauf lila und leuchtet dauerhaft, sobald die Verbindung hergestellt ist.

    iPod, iPhone, iPad

    Weil ich die Netzwerk-Konfiguration am Computer gemacht habe, kamen beim Test die transportablen Geräte erst später an die Reihe. Diese lassen sich über den Clip an der Vorderseite des Zeppelin Air „andocken“ und über ihre eigene Bedienoberfläche oder die Zeppelin-Fernbedienung steuern. Gehört das Gerät zur neueren Generation, der Apple mit dem aktuellen iOS die AirPlay-Funktion spendiert hat, kann es auf dem Schreibtisch oder wo auch immer liegen bleiben, sogar in einem anderen Raum, und die Musik ebenfalls über W-LAN streamen.

    Ich habe nach und nach alle tragbaren Geräte ausprobiert, die zum „iLife“ meiner Familie gehören: iPod Touch, iPod Nano, iPhone 4, iPhone 3G und iPad 2. Abgesehen vom Nano, der generell „offline“ ist, spielten die genannten Geräte tadellos „on air“, mit Ausnahme meines iPhone 3G, das musste leider draußen bleiben, weil AirPlay erst ab 3GS möglich ist.

    Direkt am Dock funktionierten alle tragbaren Geräte, ihre Akkus wurden im angedockten Zustand auch aufgeladen. Obwohl B & W das iPad in diesem Zusammenhang nicht erwähnt, lässt es sich ebenfalls am das Dock betreiben, wegen des höheren Strombedarfs wird der Akku aber nur geladen, wenn das iPad nicht in Betrieb ist.

    Der kleine iPod Nano mit der Uhr im Display

    iPhone 4

     

    iPad 2 funktioniert auch am Dock, obwohl von B&W nicht empfohlen

     

    iPod touch, 2. Generation

    iPod touch, 2. Generation

     

    Der Klang

    Bevor ich weitere Anschlussmöglichkeiten und technischen Details beschreibe, möchte ich zum wichtigsten Punkt überhaupt kommen, zum Klang. Der ist, vorweg gesagt, einfach phänomenal. Mit verbundenen Augen würde man eine wesentlich größere Anlage vermuten und die Tonqualität verdient absolut die Bezeichnung Hi-End. Das Schlagzeug in der Albumversion des Songs „F***ing Perfect“ von Pink knallt richtig, es klingt einfach genauso wie der Songtitel es sagt. Eine präzise Abbildung der Transienten sorgt bei jeder Art von Musik für knackiges Schlagzeug und gute Verständlichkeit von Sprache und Gesang. Sensiblere Töne hörte ich mir von der Doppel-CD „Electronic Music For Life“ an, auf der 27 verschiedene Künstler zu hören sind. Von filigranem Minimalismus bis zu orchestraler Wucht ist alles vertreten und man muss dem Zeppelin hier ein hervorragendes dynamisches Verhalten bescheinigen. Trotz des bauartbedingt kurzen Abstands zwischen den Lautsprechern ist der Stereoeindruck sehr gut. Anspieltipp: CD 1, Titel 13 „Surround Sound Radioactivity“ von Mythos. Hier wurde beim Mix ein digitaler Effekt zur Verbreiterung der Stereobasis verwendet und es entsteht der Eindruck, einige Sounds kämen von außerhalb der Lautsprecher, wenn nicht sogar von hinten.

    Die Basswiedergabe des Zeppelin Air hat sehr viel Power, auch sehr tiefe Frequenzen werden wiedergegeben, ohne dass es schwammig klingt. Eine automatische Regelung auf digitaler Ebene sorgt dafür, dass der Bassanteil der jeweiligen Lautstärke angepasst wird. Das funktioniert sehr gut und ist mit der „Loudness“-Schaltung mancher Stereoanlagen nicht zu vergleichen, wo man sich oft wundert, was der Hersteller unter „gehörrichtiger Anpassung“ versteht. Für meinen Geschmack ist der Bass in der Werkseinstellung etwas zu stark vertreten, die Einstellung -1 erscheint mir optimal, auch bei frei stehendem Gerät. Steht der Zeppelin direkt vor einer Wand oder gar in einer Ecke des Raums, empfiehlt B&W die Basseinstellung -2 bzw. -3 um Reflexionen im Bassbereich auszugleichen. Die Klangregelung lässt sich nur über ein am iPod-Dock angeschlossenes Gerät vornehmen. Die Bassregelung erscheint dort unter „Einstellungen“ als Menüpunkt „Lautsprecher“ und wird nach einer Änderung im Zeppelin gespeichert, sie bleibt also auch erhalten, wenn man ein anderes Gerät andockt oder über AirPlay hört und wirkt sich auf alle Eingänge aus. Temporäre Klangeinstellungen, die andere Frequenzbereiche betreffen, lassen sich am Wiedergabegerät beispielsweise mit dem iTunes-Equalizer vornehmen.

    In and out – Anschluss finden

    Auf der Rückseite des Zeppelin Air sind neben dem Netzanschluss vier Anschlussbuchsen vorhanden:

    1. Ethernet – zur Netzwerkkonfiguration, aber auch alternativ zu AirPlay verwendbar um Musik aus dem Heimnetzwerk zu hören.

    2. USB – zum Synchronisieren mit iTunes, aber auch zum Abspielen beliebiger Sounds vom Computer, z.B. aus YouTube und anderen Quellen. Software-Updates werden ebenfalls über USB durchgeführt.

    3. AUX – Miniklinken-Eingang sowohl analog, als auch digital (TOSlink).

    4. COMP – Video-Ausgang, Cinch-Buchse zur Wiedergab von Fotos und Filmen.

    Ich habe alle Anschlüsse erfolgreich ausprobiert. Am AUX-Eingang konnte ich einen MP3-Player ohne Apfel-Logo mit Analogausgang betreiben aber auch mein MacBook Pro digital über Lichtleiterverbindung. Der Video-Ausgang im Composite-Format ersetzt leider die S-Video-Buchse des früheren Modells. Die Bildqualität ist gut (getestet mit Samsung Flatscreen TV). Ein HDMI-Ausgang wäre hier optimal gewesen, da der Trend im Videobereich in Richtung HD geht. Mit Adapterkabeln lassen sich Macs, iPads und viele andere Geräte aber auch direkt an einen HD-Fernseher anschließen, sodass der Videoausgang für den Zeppelin meiner Meinung nach keine wesentliche Bedeutung hat.

    Die Eingänge am Zeppelin Air lassen sich übrigens nur dann auswählen, wenn sie auch belegt sind, das gefällt mir sehr gut, denn es erspart überflüssiges Durchsteppen. Eine kleine LED an der Vorderseite (nicht mehr hinter der Stoffbespannung wie beim Vorgänger) signalisiert durch verschiedene Farben, welcher Eingang gewählt wurde und ob sich der Zeppelin Air im Sleep- oder Standby-Modus befindet. Am Gerät selbst gibt es nur zwei Tasten: die kombinierte Standby/Sleep/Eingangswahltaste und eine plus/minus-Wippe für die Lautstärke. Dieselben Bedienelemente findet man auch auf der Fernbedienung; außerdem gibt es dort Tasten für Start/Pause und Titelsprung vor und zurück.

    Fernbedienung, etwas kleiner als eine Computer-Maus

    Technik

    Auf der Website von Bowers und Wilkins kann man sich ausführlich über die Technik informieren, die im Zeppelin Air steckt. Hier nur kurz einige Fakten.

    Unter der Stoffbespannung stecken insgesamt 6 Lautsprecher: 2 Hochtöner, 2 Mitteltöner und ein Subwoofer. Jeder Lautsprecher verfügt über eine eigene Endstufe (4 x 25 Watt und 1 x 50 Watt). Die digitale Signalverarbeitung erfolgt über Wandler mit 24 Bit/ 96 kHz-Technik.

    Fazit:

    Obwohl äußerlich fast unverändert, enthält der Zeppelin Air im Vergleich zum Vorgänger viele Verbesserungen. Durch die weiterentwickelte Verstärker- und Lautsprechertechnik ist der Klang noch schöner geworden. Die AirPlay-Funktion macht seinen Einsatz noch praktischer und flexibler. Der Preis ist trotzdem gleich geblieben. Man erhält dafür ein hervorragend verarbeitetes, hochwertiges Gerät mit edlem Design. Die Bedienung ist genial einfach. Zusammen mit dem Zeppelin Air wird der iPod, das iPhone oder das iPad zur perfekten Hi-Fi-Anlage, nicht nur für den Schreibtisch, sondern auch für ein ganzes Zimmer. Auch Musik vom Mac oder PC kann man optimal genießen, da keine andere Computer-Lautsprecheranlage an die Klangfülle des Zeppelin Air heranreicht.

     

    Webseite des Herstellers:

    http://www.bowers-wilkins.de

    Preis: € 599,–

    Test: Elgato Turbo.264 HD

    in Jürgen, Testberichte by jrgen, 28. Mai 2009 - 20 Comments »

    Von Jürgen Drogies

    Wer eine moderne Videokamera besitzt, die Aufnahmen im AVCHD-Format speichert, will seine Filme normalerweise auf einen Computer übertragen und dort weiter bearbeiten. Dabei müssen die Daten in ein anderes Format gewandelt werden. Das Ergebnis der Bearbeitung wird dann aus dem Schnittprogramm heraus in einem bestimmten Zielformat gespeichert, das für die weitere Verwendung des Films passend ist. Vom iPhone über YouTube bis zur DVD und BluRay gibt es da eine umfangreiche Palette.

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