Test: Wacom Intuos 4 M
in Test, Zubehör by karlimann, 12. Mai 2009 - 13 Comments »
Ein Grafiktablett, das wäre doch mal was. Dies dachte ich mir vor ein oder zwei Jahren und kaufte mir ein Bamboo der Fa. Wacom. Viele kennen dieses Grafiktablett, da es bei vielen Apple Händlern erhältlich ist, z.B. bei Gravis. Preislich liegt das Bamboo auch in einem Bereich, in dem man nicht lange überlegen muß.
Das Bamboo kostet nicht viel und ist für einen ersten Ausflug in die Grafiktablettwelt ideal. Leider kam ich damit überhaupt nicht klar. Mein momentaner privater Arbeitsplatz sieht so aus:
Mit drei Monitoren war das Handling mit dem Bamboo einfach nicht ideal. Ich schielte schon länger auf ein größeres Tablett mit komfortableren Funktionen. Dann geisterten Anfang dieses Jahres einige Gerüchte durch die allwissende Müllhalde, dass Wacom einen Nachfolger des Intuos 3 auf den Markt bringt, das Intuos 4. Da wurde ich hellhörig und las die News zu dem Thema. Vor ca. drei Wochen erhielt ich dann das Testexemplar für Apfelwahn.de. Die Verpackung ist riesig, einen kurzen Moment dachte ich, dass die mir versehentlich ein Notebook geschickt hätten. Aber dem war nicht so, das Tablett steckt in einer absolut hochwertigen Verpackung ähnlich eines MacBook Pro’s.
Als erstes “fällt” einem das Tablett selber in die Hand:
Dieses wird über USB an den Rechner angeschlossen. Es lässt sich für Links- und Rechtshänder verwenden indem man es einfach dreht. Auffällig ist das Display neben den Tasten. Die Tasten lassen sich individuell belegen, auf dem Bildschirm wird dann die jeweilige Belegung angezeigt. Überhaupt Thema Konfiguration: In den Systemeinstellungen findet sich jetzt ein neuer Punkt Wacom Tablett:
Hier kann man sich wirklich tagelang austoben. Das Tablett lässt auf alle möglichen Bedürfnisse hin einstellen, Shortcuts, Befehlsfolgen also kleine Makros usw. Man kann sogar einer einzelnen Anwendung eine bestimmte Konfiguration zuordnen, die auch nur bei dieser Anwendung aktiv ist. Am besten zeige ich einfach einige Screenshots und dann kann man sich das leichter vorstellen:
Mit einem Tastendruck aktiviert man eine Art schwebendes Menü. Mit dem Stift wählt man dann wiederum eine Funktion aus. Ab Werk ist hier eine iTunes-Steuerung konfiguriert, aber auch hier lässt sich herumschrauben.
Wie auf dem letzten Screenshot zu sehen ist, lässt sich auch der Stift individuell konfigurieren:
Eine spezielle Taste kümmert sich um das Umschalten der Bildschirme. Hä? Umschalten den Bildschirme?
Das ist leicht erklärt. Einmal Treiber installiert und das Tablett angeschlossen ist das Tablett so eingestellt, dass ich mit der Fläche alle drei Monitore abdecke. Ich “male” vom linken zum rechten Rand und mein Cursor am Bildschirm wandert vom linken Rand des linken Monitors zum rechten Rand des ganz rechten Monitors. Dies ist ganz gut, solange man den Stift als Mausersatz einsetzt. Für richtige Bildbearbeitung ist das aber nichts. Deshalb kann man mit einer Taste dem Tablett noch einen bestimmten Monitor zuordnen. Das Tablett steuert dann den Cursor nur auf einem Monitor und so lassen sich auch leicht Bilder bearbeiten und auch Zeichnungen erstellen.
Der Stift hat wie heute üblich auch keine Batterien oder Akkus mehr. Im Halter selber sind dann noch verschiedene Spitzen, deren verschiedene Funktionalitäten sich mir verschließen. Für Maler oder Zeichner sind die sicherlich sehr nützlich, da das Tablett auch drucksensitiv arbeitet. Also je stärker man mit dem Stift drückt, umso dicker wird der Strich im entsprechenden Programm.
Im Vergleich zum Vorgänger wurde einiges verbessert, z.b. ist das Tablett dünner und besitzt die bereits erwähnten LED-Displays. Aber für Besitzer eines Intuos 3 gibt es keinen Grund auf das neue umzusteigen. Der Unterschied zu einem Bamboo ist aber schon beträchtlich. Im täglichen Gebrauch ist die ganze Haptik dem Bamboo überlegen.
Wozu nutze ich das Tablett?
Anfangs habe ich damit nur meine Bilder in Lighroom bearbeitet. Mit Hilfe eines Stiftes lassen sich die Bilder wesentlich besser bearbeiten, vorallem bei partiellen Korrekturen. Da habe ich mit dem Stift einfach ein besseres Gefühl. Aber das Tablett ist schon langsam für mich zu einem Mausersatz geworden. Nach einer Eingewöhungsphase lässt sich mit dem Stift zielsicher navigieren. Ich möchte es gar nicht missen. Leider muß ich das Tablett nach dem Test wieder zurückschicken.
Das Tablett gibt es in verschiedenen Größen, ich kann mich gut mit “M” anfreunden. Das muß aber jeder selbst entscheiden, nur vom kleinen rate ich ab. Damit lässt es sich einfach nicht vernünftig arbeiten, wer einen zweiten Monitor angeschlossen hat, dem rate ich dringend mindestens zur Größe M.

Fazit:
Für mich ist das Wacom das ideale Arbeitsgerät. Wer viel an Fotos herumschraubt oder gar sich intensiv mit Photoshop auseinandersetzt, dem wird das Wacom Tablett die Arbeit erleichtern. Leider trübt der Preis ein bißchen das Vergnügen, aktuell kostet das Wacom 4 M ca. 330,00 EUR bei einem bekannten Internetversandhaus aus Dresden. Ich kann jedem nur empfehlen sich das Tablett näher anzusehen. Für mich eine ganz klare Empfehlung!











Hallo Karl,
Das Teil finde ich auch äußerst interessant! Damit lassen sich Color-Key-Bilder in Photoshop ganz wunderbar bearbeiten.
Mal sehen, was mein Steuerberater sagt (grummel) …
Jörn
Warum kann man eigentlich noch keine Color-Key Bilder in Lightroom oder Aperture machen?
@karlimann kannst du doch einfach mit einer Einstellungsebene und dann auf schwarz weiß aber nur die Maske auf alles was du sw haben willst! Sollte doch so klappen?
Hab leider nur Lightroom 1.0 aber soweit ich weiß geht das in lightroom 2.0
Kann dir voll zustimmen. Hab mir das Intuos4 A5 vor ein paar Wochen gekauft. Meine Maus sitzt in der Ecke und weint…
Auch der Maler und Fotograf David Hockney malt mit seinen 72 Jahren mit dem Wacom und ist hellauf begeistert.
Für mich ist es das Werkzeug schlechthin.
@Felix
wo kann ich in Lightroom eine Ebene einstellen? Ich finde das nicht.
Gruß
Karl
Ich glaube ich verstehe jetzt, was du meinst. Wenn ich aber z.b. eine Farbe mehrmals im Bild habe und nur partiell das als ColorKey Bild haben will, dann geht es mit LR nicht.
Schöne Beschreibung, Danke!
Endlich konnte ich deinen Bericht ausführlich lesen. Und als Erstes, ein Lob an dich für diesen wirklich beeindruckenden Testbericht!
Wie sieht es eigentlich mit der Gleitfähigkeit auf dem Tablett aus, wenn man teilweise mit der Hand über die Fläche rutscht? Kann es passieren, dass wenn der Sommer kommt u. einem die Hand schwitzt, dann nicht richtig über die Fläche rutschen kann, wenn man zeichnet? Wäre ja ärgerlich.
Interessant finde ich ja, dass der Stift ohne Batterie/Akku auskommt.
Man, das Teil u. dein Testbericht hat mich jetzt tierisch neugierig gemacht!
Ich glaube bezüglich der Sommer und schwitzenden Hände brauchst du dir keine Sorgen machen. Ich konnte das nicht wirklich testen, aber ich glaube nicht, dass dies ein Problem wird.
Ich habe das Vorgängermodell im DIN A 4 Format und bin begeistert. Für mich als Maler und Fotomoteur zusammen mit Photoshop CS5 Ext gibt es kaum was besseres.
Was mich allerdings am Stift stört sind die Druckknöpfe, aber die hab ich mittlerweile mit dem passenden Gummiüberstülper verdeckt das sie nicht mehr im Weg sind.
Die Bamboo’s sind wohl wirklich was für ganz blutige Einsteiger, genaues Malen und das freistellen von winzigen Objekten wird da mehr als Nervenaufreibend, wenn man es denn hinbekommt.
Hallo, danke für den informativen Beitrag. Nur würde ich noch gerne etwas genauer wissen, wieso du mit dem Bamboo nicht zurecht kamst. Ich arbeite als Mediengestalterin ausschließlich mit Photoshop und Grafiktablett. Ich möchte mir privat nun auch ein Tablett zulegen und habe mich sofort für Wacom entschieden, nur den Unterschied von Bamboo zu Intuos4 nicht ganz gerafft. Hoffe du kannst mir weiterhelfen.
MfG
Ich hatte dieses kleine Bamboo Teil. Mit meinen zwei Monitoren war einfach die Fläche viel zu klein, um das Tablett vernünftig nutzen zu können.
Ich hatte auch nicht die aktuellen Bamboo mit Touch-Unterstützung, meine Erfahrung mit dem Bamboo ist schon ein oder zwei Jahre her.