Das iLife ´09 Praxisbuch
Ulf hat uns auf das Buch „Das iLife ´09 Praxisbuch“ in seinem Artikel schon kurz hingewiesen. Kurz darauf bekam ich von ihm ein Rezesionsexemplar und möchte es hier vorstellen. Ich habe dabei bewusst auf Screenshots verzichtet, da man bereits im Auszug einen guten Eindruck bekommt.
Nur zur Erinnerung: iLife ´09 ist das Multimediapaket von Apple, welches zu jedem Mac mitgeliefert wird. Es besteht aus der Bildverwaltung und -bearbeitung iPhoto, dem Videoschnittprogramm iMovie, dem Programm iDVD zur DVD-Erstellung, iWeb zur Homepageerstellung und zu guter Letzt GarageBand zur Erstellung von eigenen Songs. In der aktuellen Version ´09 hat dieses Paket einen Reifestand erreicht, der es von einer ehemaligen Zugabe zu ernsthafter Konkurrenz zu anderen kommerziellen Programmen dieses Themas hat werden lassen.
Doch vielen Usern geht es wie mir, wenn sie sich näher mit iLife beschäftigen wollen: Apple hat kein Handbuch mitgeliefert. Also klickt man sich durch Hilfeseiten, ohne wirklich zu wissen, wonach man suchen soll. Erst nach langem Probieren und ganz allmählich erschließt sich dem User das Potential von iLife.
Dem Autorenquintett Ulf Cronenberg, Jeremias Radke, Raffael Vieser, Mario Weber und Peter Wölfel ist mit ihrem Werk gelungen, was eigentlich Apple hätte leisten müssen: Sie legen eine komplette Einführung, ja eigentlich eine Anleitung vor, die es sowohl dem fortgeschrittenen Anfänger als auch dem kenntnisreicheren Mac-User ermöglicht, sich ohne Barrieren in iLife zurechtzufinden, ohne dabei den einen oder den anderen abzuschrecken. Jeder der Autoren hat dazu sein Spezialgebiet behandelt, wobei es ihnen gelungen ist, einen fast einheitlichen und ansprechenden Schreibstil zu wahren, der nicht zu trocken, aber auch nicht zu „flabsig“ durch das jeweilige Thema führt.
Die Aufmachung des Buches ist optisch sehr ansprechend, viele Screenshots lockern den Text auf und machen alle Aktionen nachvollziehbar. Die Texte sind in sinnvolle Absätze unterteilt und es macht einfach Spaß, dieses Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Das einzige Vorwissen, was man haben sollte, sind grundlegende Kenntnisse über die Bedienung der OS X – Oberfläche.
Fünf Autoren, fünf Programme, sechs Kapitel
In Kurzform (auszugsweise):
iPhoto: Bildverwaltung, Gesichtserkennung, GPS-Ortsinformationen in Bildern auswerten, Bildbearbeitung, Bilder veröffentlichen
iMovie: Neue Funktionen, richtige Einstellungen wählen, Filmprojekt anlegen und verwalten, Videos importieren, Film zusammenstellen, schneiden und bearbeiten, Nachbertonen, Bild- und Titeleffekte, Bild-in-Bild, Greenscreen, Verwackelte Aufnahmen korrigieren, Exportieren
iDVD: Eigene DVD zusammenstellen, eigenen Menüs erstellen, Diashows, DVD brennen
GarageBand: Erste Schritte zum eigenen Song (Loops, Instrumente einspielen), Podcasterstellung, Filmvertonung, Klavier- und Gitarre lernen mit Videokursen, Anschließen von Musikequipment, Einspielen einer Gitarre, Effekte, Pianorolle und Noteneditor, Export
iWeb: Vorlagen, Homepage, Blog, Diashow, Podcast, Widgets, Verwaltung von Webseiten, Veröffentlichen
Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema und einer ausführlichen Installationsbeschreibung, die auch auf Feinheiten wie Nachinstallation von einzelnen Programmen oder Paketteilen eingeht, wird in den einzelnen Kapiteln auf die Programme eingegangen. Jedes Kapitel beginnt zunächst mit der Vorstellung des Programmfensters, wobei Bezugsziffern auf die Einzelfenster, Schaltflächen etc. hinweisen. So findet man sich gut zurecht, wenn man den Anleitungen am eigenen Rechner folgen will.
Die Kapitel sind prinzipiell so aufgebaut, dass seitens der Autoren ein Projekt beispielhaft vorgestellt wird. Da dies sehr praxisnah geschieht, kann man sich mit dem Buch neben seinen Mac setzen und gleich loslegen.
Die Autoren bleiben nicht an der Oberfläche, sondern nach der Vorstellung der Grundfunktionen gehen sie auf die Feinheiten und Besonderheiten der einzelnen Programme ein: Nachbearbeitung, Effekte, Sonderfunktionen, Alternativen, aber auch die Weiterreichung von Projekten der iLife-Programme untereinander (Einbinden von Diashows aus iPhoto an iDVD senden, Film aus Garageband an iWeb senden usw.).
Bei der Nachbearbeitung von Fotos oder Bildern werden nicht einfach die reinen Funktionen vorgestellt, sondern auch gut fachlich erläutert, so dass man versteht und nachvollziehen kann, was da passiert.
Nicht nur die reine Bearbeitung von Bildern, Filmen und Tönen wird beschrieben, sondern auch, was man damit anschließend machen kann: Drucken, Veröffentlichen auf DVD oder gar bei Flicker oder Mobile.me.
Gut gefällt mir, dass in die Texte farblich abgesetzte Hinweisboxen (Tipp, Grundlagen, Aufgepasst, Power-User) eingestreut sind, die auf Fallstricke hinweisen oder einfach dem Fortgeschritteneren weitergehende Erläuterungen geben.
Im Anhang des Buches gibt es nicht nur den obligatorischen ausführlichen Index, sondern auch ein Glossar, welches die wichtigsten Fachbegriffe kurz erläutert. Für tiefergehende Informationen sollte man aber doch Tante Google bemühen.
Wer sich einen Überblick über den Inhalt und die Art und Weise, wie der Stoff vorgestellt wird, verschaffen möchte, dem sei der Auszug aus dem Praxisbuch empfohlen. Dort ist das gesamte Inhaltsverzeichnis sowie einige Buchseiten aus dem Kapitel iPhoto – Nachbearbeitung von Fotos aufgeführt.
Fazit:
Ich besitze nun seit zwei Jahren einen Mac und nutze seitdem iLife für meine Hobbys. Aber in all der Zeit habe ich nicht soviel über iLife gelernt wie in den letzten drei Tagen, wo ich das iLife-Praxisbuch geradezu verschlungen habe.
Das Buch hat den besonderen Charme, dass die Autoren einen Mittelweg zwischen „Einführung in …“ und einem Referenzhandbuch gefunden haben. Es hat den selbsterteilten Titel „Praxisbuch“ wirklich verdient.
Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich sowohl die Testnote „1″ als auch den “Redaktionstipp” verteilen möchte.


Bibliographische Angaben:
Titel: Das iLife ´09 Praxisbuch
Autoren: Ulf Cronenberg
. Jeremias Radke
. Raffael Vieser
. Mario Weber
. Peter Wölfel
Broschiert: 528 Seiten
Verlag: SmartBooks Publishing AG
ISBN-10: 3908497930
ISBN-13: 978-3908497936
Preis: 29,70€


4 Kommentare »
Ich bin, was Bücher, die PC/Programme betrifft, immer etwas skeptisch. Alles mag wunderbar zusammengefasst sein, aber: Ich frage mich dann immer – was bietet mir das Buch mehr als die Hilfefunktion. In der Regel bin ich intuitiv und durch benutzen der Hilfefunktion sofort zu den Ergebnissen gekommen, die ich auch hätte nachlesen können. Persönlich bin ich der Meinung, dass die Anwender zu wenig von den bereits im Programm implementierten Möglichkeiten Gebrauch machen. Ich ertappe mich seit Jahren dabei, dass ich keine “Anleitungsbücher” mehr brauche … was jetzt wirklich nicht heißt, dass das, was auf dem Markt ist, schlecht ist – insbesondere nicht dieses Buch. Ich persönlich probiere nur lieber aus und lerne daraus, wenn etwas nicht funktioniert.
Gruß Frank
Vielen Dank für die ausführliche Rezension. Hört sich sehr interessant an und ich werde mir das Buch kaufen, weil ich trotz intuitiver Bedienversuche und Online-Hilfe nicht immer zum Ziel komme. Gibt es das Buch auch bei Gravis? Martin
Keine Ahnung, aber wenn Du vor dem Kauf in das Buch hineinschauen willst, versuche es doch einmal in einer Buchhandlung mit einer besseren Computerabteilung. Notfalls bestell Dir das Buch in der Buchhnadlung Deines Vertrauens zur Ansicht,
Gruß, MacSteven
@Frank:
Jeder hat da eben so seine persönlichen Vorlieben. Ich habe lieber ein Buch oder Nachschlagewerk auf Papier neben mir liegen, in dem ich schnell mal blättern und in das ich Lesezeichen stecken kann. Selbst auf meinem 24″-Bildschirm wird das Hilfefenster dann doch immer wieder vom Programmfenster verdeckt.
Und die komplette Hilfefunktion audrucken möchte ich nicht: Wer will schon mal eben z.B. 700 Seiten aus seinem Drucker jagen? Die Hilfefunktion nutze ich eigentlich nur, wenn ich etwas ganz spezielles suche, was im Buch dann eben nicht erwähnt wurde.
Außerdem gibt es bei fast jeder Hilfefunktion ein Problem: Meist setzt sie zuviel Fachwissen voraus und ist oft nur als “Gedächtnisstütze” ausgelegt. Dann bleibt wirklich nur das Ausprobieren, aber ich war noch nie ein wirklicher Freund von “Adventuregames”
Gruß, MacSteven
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