Test: Miroslav Vitous String Ensembles
in Software von markus, 8. März 2010 - Keine Kommentare »
Miroslav Vitous ist eine bekannte Größe in Sachen gesampelter Orchester. Er hat allerdings eine Weile nichts von sich hören lassen. Nun liegt mir sein aktuelles Werk “String Ensembles” vor. Es handelt sich um eine komplett neu produzierte Sampling-Library, welche “oh Wunder” ausschließlich Streicher-Ensembles und keine Einzelinstrumente enthält. Sie richtet sich laut Werbung an High-End Produzenten und liegt auch preislich im High-End Bereich für Plug-ins. Knappe 1.000 Euro sind zu investieren, möchte man eine DVD sein eigen nennen. Ob dieser Preis gerechtfertigt ist, war die erste Frage, die mir bei Erscheinen der Library in den Kopf schoss. Am Ende dieses Tests werde ich sie zumindest für mich beantwortet haben.

Installation
Die Installation läuft in 3 Teilen ab:
- Engine (Sample Player)
- String Ensembles Software
- Library
Punkt eins kann man überspringen, wenn bereits ein Engine-Produkt installiert ist. Dies war bei mir nicht der Fall und ich bin gespannt, wie sich “Engine” von Best Service anfühlt. Diese basiert auf der “Independance Sampler Technologie” von “Yellow Tools”. Und der “Independence” ist in der Branche mittlerweile ein anerkanntes Flaggschiff. Dieser Player legt einen “Root Folder” an. Dessen Location man frei wählen kann. In den gerade angelegten Ordner werden durch Punkt 2 einige weitere Dateien angelegt. Die Library wird händisch in den Unterordner “Image Files” kopiert. Ich frage mich immer wieder, warum man einen Installer schreibt, wenn ich dennoch händisch kopieren muss. Für mich als Endanwender ist das nach wie vor unverständlich. Es liegt vermutlich daran, dass die Engine offen für viele Produkte ist und daher der Content losgelöst vom Rest zu sehen ist. Sonst müsste man ja für jedes Produkt einen eigenen Installer schreiben.
Ein wenig überrascht bin ich nach dem Öffnen der Packung. Die ist im Vergleich zur “Miroslav Philharmonik” Packung geschrumpft und enthält neben dem 43-seitigen, leider nur englischsprachigem gedruckten Handbuch lediglich eine DVD. Und ich dachte, der Trend geht langsam hin zu 2-3 stelligen Gigabyte großen Librarys, die künftig auf SSD ausgeliefert werden. Die enthaltenen 6,1 Gigabyte wären aber im Gigasampler-Format ca. 35-40 GB groß. So relativiert sich das ganze ein wenig und ich muss meine Platte nicht unnötig vollstopfen. Quasi Komprimierung at it’s best. Dennoch die erste “kleine” Überraschung bei dem Paket. Nach gerade mal 20 Minuten habe ich alles installiert.
Die folgenden 2 Kapitel sind Hintergrundinfos, die ich nicht abkürzen wollte, da sie auch mal in die Öffentlichkeit gehören. Zwar wird der Test dadurch etwas länger als geplant aber wer will kann sie überspringen. Es geht dabei nicht um die Sounds von Miroslav, sondern um die “Engine”.
Aller Anfang ist schwer …
Beim ersten Start von Cubase 5.1.1 werde ich nach dem Root-Folder der Engine gefragt. Diesen wähle ich aus und kurz danach stürzt Cubase im Ladevorgang ab. Ein unschöner Anfang. Ich suche auf der Best Service Seite nach einem Update für die Engine. Diese findet man allerdings generell auf der “Yellow Tools” Homepage. Dort muss ich mich allerdings erst registrieren um es herunterladen zu können. OK, 1.0.2 wäre die aktuellste Version der “Engine” auf deren Server. Zunächst starte ich die Engine aber im Stand alone Modus, wo ich wieder nach dem “Root Folder” gefragt werde. Nun möchte ich die Versionsnummer abfragen. Üblicherweise im “About” Fenster eines Programms. Hier jedoch nicht. Ich finde sie im “Preferences” Bereich: 1.0.3. Das überrascht mich etwas. Meine DVD-Version ist aktueller als die im Online-Bereich des Herstellers? Die Klärung bringt eine Rücksprache mit den Entwicklern, zu denen ich in den nun kommenden Tagen und Wochen häufiger Mail-Kontakt haben werde. So viel Vorweg: Das Ende der etwas längeren Geschichte ist durchaus positiv und räumt viele der Punkte aus, auf die ich noch zu sprechen kommen werde.
Hintergrund für die aktuellere DVD Version ist, dass diese (1.0.3) z. Z. ausschließlich für “String Ensembles” notwendig ist. Das die 1.0.3er Version der Engine noch nicht online war, liegt laut Yellow Tools daran, dass erst noch Independence 2.5.3 released wird (bei VÖ des Tests vermutlich geschehen) damit Engine Produkte und Independence wieder miteinander kompatibel sind.
Aktivierung
Nach dem Start der Stand-Alone Version möchte ich den ersten Sound laden und werde auf die Produktaktivierung hingewiesen. Diese geschieht online im Userbereich mittels Challenge-Response und gestaltet sich nicht so einfach wie im Handbuch beworben. Nach Klick auf den Button “Request Response Code” geschieht eine zeitlang gar nichts. Man soll aber laut Text geduldig sein und NICHT erneut auf den Button klicken. Nach ein paar Minuten, in denen nicht erkennbar ist, dass irgendetwas geschieht, rufe ich die Seite erneut auf. Ich bin jetzt schon wieder total genervt von diesen Registrierungen. Wenn ich knapp 1.000 Euro für ein Produkt gezahlt habe, möchte ich es ohne solche Schwierigkeiten installieren und nutzen können!
Hintergrund der nicht möglichen Online-Aktivierung war übrigens, so stellte sich 2 Tage später heraus, ein ausgefallener Server. Da war also der “Worst-Case” bei Yellow Tools eingetroffen. OK, so etwas kann passieren, aber: Es gibt keine Demo- oder Testperiode! Ohne Aktivierung geht gar nichts! Man erhält allerdings keine Fehlermeldung nach dem Motto “Bitte erst aktivieren”, sondern eine “File Not Found” Meldung beim laden eines Programms mit verschiedenen Buttons, welche automatisch oder manuell das “fehlende” File suchen. Das funktioniert aber nicht ohne Aktivierung. Schräger geht’s wirklich nicht. Diese Infos, bzw. Verbesserungsvorschläge sind aber bereits bei Yellow Tools platziert.
Für die Aktivierung hat man insgesamt 3 E-Lizenzen zur Verfügung. Best Service versicherte zudem, dass die Anzahl der Lizenzen nach der dritten Neuinstallation (z. B. durch Neukauf von Hardware) auch wieder auf 3 hochgesetzt wird.
Update
2 Tage Wartezeit (ohne die Möglichkeit auch nur einen Ton zu spielen!): Per Mail erhalte ich von einem Mitarbeiter von Yellow-Tools endlich meinen Aktivierungscode. Dieser funktioniert aber nicht mit dem mittlerweile geänderten Product-Code. Ich muss also auch diesen manuell überschreiben (gut, dass ich den Code von vor 2 Tagen wegkopiert habe!) und danach funktioniert es.
Jetzt kann ich auch die Sounds laden und erhalte keine Fehlermeldung mehr. Cubase ist übrigens bisher auch nicht mehr abgestürzt.
