Test: Sounds of Revolution Kick Free Revolution Vol. 2 und FX Revolution Vol. 1
in Software von Holger, 31. März 2010 - Keine Kommentare »
Die ausschließlich als Download erhältlichen Sounds of Revolution (im Folgenden abgekürzt mit SOR) Sample Packs decken inzwischen eine beachtliche Bandbreite aktueller Stile ab: Von Minimal Techno über Electro House bis FX-Sounds reicht die Palette. Im vorliegenden Test nehmen wir die Libraries “Kick Free Revolution Vol. 2″ und “FX Revolution Vol. 1″ für Sie unter die Lupe.
Hintergrund
Beide Packs (wie auch alle anderen SOR-Produkte) sind an den Bedürfnissen von Producern ausgerichtet, mit denen der Sounddesigner Oliver Schmitt in regem Kontakt steht. Dort kommt es weniger darauf an, einen komplett durchgestylten, möglicherweise auch noch mit Hall versehenen Beat, geliefert zu bekommen – ganz im Gegenteil: gefragt ist eigenständiges Material ohne Bass Drum und Snare, da vor allem diese beiden Schlaginstrumente Stil und Klang eines Grooves beinahe unveränderlich festlegen. Viel flexibler kann man arbeiten, wenn diese beiden prägenden Akteure fehlen. Und auch was den Sound betrifft, sind im Producer-Bereich frisierte und bis ins letzte aufpolierte Sounds weniger gefragt. Hier schätzt man ebenfalls den Freiraum der nachträglichen Gestaltung.
Für Producer gibt es aber noch ein anders “no go”: Viele auf dem Markt befindliche Libraries greifen auf bereits veröffentlichtes Material zurück. Mittels steilflankiger Filter wird ein Teil des Frequenzspektrums ausgeblendet (in der Regel die Bass Drum, d. h.: die unteren Frequenzen) und der Rest in diversen EQ-, Filter- und Effektbearbeitungen mehrfach gebounct zu einem größenmäßig beeindruckenden Paket aufgeblasen. Abgesehen davon, dass solche Produkte urheberrechtlich mehr als grenzwertig sind, ist das Ergebnis nur eingeschränkt inspirierend, und große Teile solcher Libraries erweisen sich schlicht als langweilig oder unbrauchbar. Anders bei Oliver Schmitt und SOR: Hier ist jeder Loop ein bis ins Detail ausgearbeitetes Unikat, und – das sei vorweggenommen – ideenreich und kreativitätsfördernd. Genug der Vorschusslorbeeren, wir werden sehen, wo in der Praxis die Stärken und Schwächen der SOR-Firmenphilosophie liegen.
Installation
Kick Free Vol. 2 und FX Vol. 1 liegen als Rex2 Loops, Stylus RMX Rex2 Loops (nur Kick Free Vol. 2), und Apple-Loops, als 24bit Wav-Files (Loops und One Shots) sowie in einer Aufbereitung für EXS24 und Kontakt 2 (aufwärts) vor. Kick Free Vol. 2 bringt es auf ca. 260 MB in der Stylus-Abteilung und mehr als 400 MB in der Sampler-Bearbeitung; der Sample-Content von FX Vol. 1 wiegt ca. 1,55 GB.
Für unseren Test haben wir die Stylus- und die Kontakt-Packs heruntergeladen. Die für die Verwendung in Stylus vorgepackten Rex2-Files lassen sich im Falle von Kick Free Vol. 2 sehr einfach über den SAGE-Converter (der Bestandteil von Stylus RMX ist) verarbeiten: Man zieht den Ordnerinhalt einfach in den Converter und findet die Sounds anschließend abspielbereit unter User Libraries/Converted Rex Files. Hilfreich bei dieser Arbeit ist die passend zugeschnittene Ordnergröße mit maximal 61 Files. Bei den FX Vol. 1 muss man mitzählen, denn hier übersteigt der Content der meisten Ordner diese Obergrenze.
Hat man erst einmal alles abrufbereit auf der Festplatte, stellt man verwundert fest, welch üppige Ausstattung aus 260 MB Rex-Loops erwachsen kann. Wie eingangs bereits dargestellt, sind alle Loops nutzbar; es gibt keine reinen “Festplattenfüller”. Somit ist der Fundus beachtlich.
In Stylus sieht die Library-Übersicht (ausschnittsweise) folgendermaßen aus:

Und in Kontakt 4 kann ein Rack (ebenfalls ausschnittsweise) so aussehen:


