Der Mac mini als MediaCenter
in Allgemein, Unterhaltung by Oliver, 26. April 2009 - 15 Comments »
Seit knapp einem Jahr steht in unserem Wohnzimmer ein Mac mini als MediaCenter, und bisher bin ich relativ zufrieden damit. Das ist zwar nicht die günstigste Lösung, aber immerhin von Apple – und sehr viel besser erweiterbar als zum Beispiel das Apple TV.
Es gibt mittlerweile mehrere MediaCenter-Softwarelösungen für Mac OS X (XBMC, Plex, …) jedoch gefällt mir persönlich FrontRow am besten. Es ist auf jedem aktuellen Mac vorinstalliert und lässt sich komplett via Fernbedienung starten und bedienen. Den hauptsächlichen Vorteil sehe ich in der Übersichtlichkeit der Menüs, sowie bei der Integration mit iTunes. Vom Funktionsumfang kann es nicht unbedingt mit den anderen Programmen mithalten – aber auf die zusätzlichen Features, wie zum Beispiel ZDF Mediathek-Integration, bin ich nicht zwingend angewiesen. Schön wäre es natürlich trotzdem, wenn es derartige Dinge irgendwann auch mal als FrontRow-PlugIn geben würde.
Allgemein sieht es bisher relativ mau aus, was PlugIns für FrontRow betrifft. Bisher habe ich nur CouchSurfer installiert, welches das Surfen im Web direkt in FrontRow ermöglicht (allerdings nicht wirklich komfortabel).
FrontRow nutzt QuickTime zum Abspielen von Filmen weshalb es sinnvoll ist, anfänglich ein paar Codec-Packs zu installieren. Mit dem kostenlosen Perian fährt man zum Beispiel schon ganz gut. Wer auch Windows-Media Dateien abspielen möchte kann auch noch die Testversion des kostenpflichtigen Flip4Mac installieren. Diese kann uneingeschränkt zum Abspielen von Windows Media Dateien genutzt werden. Nur der Export innerhalb von QuickTime ist auf 30 sekündige Clips beschränkt.
Mit den oben genannten Codec-Packs lassen sich allerdings noch längst nicht alle Dateiformate mit FrontRow respektive QuickTime abspielen, weshalb zusätzliche Player – wie zum Beispiel der VLC – nicht fehlen sollten.
DVDs lassen sich direkt in FrontRow abspielen. Einmal eingelegt erscheint ein neuer Eintrag dafür im Hauptmenü. Um auch Filme von Festplatte abspielen zu können habe ich mehrere Aliase zu an den Mac mini angeschlossenen Platten ins Filme-Verzeichnis meines Benutzerordners gelegt. Der Inhalt dieses Ordners lässt sich innerhalb FrontRows aufrufen und durchsuchen. Glücklicherweise lassen sich auch Aliase auf Ordner und Laufwerke nutzen. Diesen Umweg musste ich gehen, da sich iTunes leider noch nicht wirklich zum Verwalten von Filmen (unterschiedlicher Formate) anbietet.
Der Mac mini wird bei uns ohne Tastatur und Maus betrieben. Um trotzdem ab und zu etwas am System werkeln zu können habe ich Leopards Screen-Sharing aktiviert. Dadurch wird die Fernbedienung über meinen iMac oder den iPod Touch via VNC möglich. Zusätzlich habe ich auch noch das kostenlose iRed Lite installiert, welches die Steuerung beliebiger Programme über die Mac mini-Fernbedienung ermöglicht. Ebenfalls empfehlenswert ist zum Beispiel Remote Pad, welches iPhone oder iPod Touch in ein WLAN-Trackpad verwandelt.
Der Mac mini ist so eingerichtet, dass er tagsüber zu festgelegter Uhrzeit nach den neusten Video-Podcasts sucht und diese herunterlädt. Ein kleiner Wermutstropfen hierbei ist, dass FrontRow nicht automatisch neu hinzugekommene Episoden “findet”. Dafür ist dann ein Neustart des Programms notwendig.
Leider ist es momentan noch nicht möglich, direkt in FrontRow Filme auszuleihen oder zu kaufen. Dies muss bisher über iTunes bewerkstelligt werden, geht also leider nicht bequem im Wohnzimmer von der Couch aus – wie beim Apple TV möglich. Ich hoffe, dass das von Apple irgendwann als Update nachgeliefert wird. Ausgeliehene Filme können auch bisher nicht in FrontRow angesehen werden. Dazu muss man iTunes selbst bemühen.
Neben seiner Funktion als MediaCenter dient uns der Mac mini auch noch als FileServer und Entwicklungssystem (Apache, PHP, MySQL und CVS).
Ein etwas seltsames Phänomen ist die Tatsache, dass der Mac mini relativ oft von selbst aus dem Ruhezustand aufwacht. Hauptsächlich dann wenn ich im Wohnzimmer das Licht einschalte oder meine Jacke aufs Sofa werfe (kein Witz). Bei der Lampe sind vermutlich Spannungsschwankungen am Aufwachen des Mac minis schuld. Was es mit der Jacke auf sich hat ist mir bis heute ein Rätsel.

Lach!
Klasse Artikel und beim letzten Absatz (die Sache mit der Jacke) musste ich echt laut loslachen!
Jörn
Ich muss es jetzt doch mal sagen: “Mac mini” wird so wie zwischen den Anführungszeichen geschrieben …
Gruß, Ulf
in der aktuellen c’t (ab morgen im Handel) steht auch ein interessanter Artikel zum Thema. Lesenswert!
@Ulf
Stimmt. Werde das gleich mal korrigieren. Danke!
Hallo Oliver,
super artikel.
Ich bin zur Zeit dabei einen neuen Mac mini für den gleichen Zweck einzurichten mit Macbook und externer Festplatte als iTunes Hauptdatenbank welche zum Mini gespiegelt werden soll. Als Mac-Anfänger ist das gar nicht so einfach.
Ich kann nur zustimmen, dass der Mac mini am besten ins Wohnzimmer an einen schönen großen Fernseher passt. Das ist echtes Couchsurfing.
Und das Gerät ist überhaupt nicht hörbar!
Sandra und ich haben uns extra noch einen großen Sitzsack fürs Wohnzimmer geholt, damit man vor dem großen Fernseher u. Mac OS so schön fleetzen kann.
Das mit der Jacke fand ich auch zum Schießen.
Hallo,
ich überlege mir ebenfalls gerade, mit einem Mac mini ein MediaCenter im Wohnzimmer einzurichten. Für mich ist aber ein entscheidender Punkt die Qualität von Bild und Ton. Es wäre sehr schon, hier mal das Urteil eines Anwenders zu erfahren.
Vielen Dank!
P.S. klasse Artikel!
Hallo Bastian,
leider lässt sich Qualität ja schlecht messen. Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit Bild und Ton, allerdings sind meine Ansprüche hier auch nicht so hoch. Wir haben zum Beispiel auch noch einen ganz altmodischen CRT-Fernseher. Wie das Bild des Minis auf einem aktuellen HD-Gerät rauskommt weiß ich leider nicht.
Grüße,
Oli
Hallo Oliver,
mit großem Interesse habe ich Deinen Artikel gelesen – und bin auf ein paar Punkte gestoßen, die Dir vielleicht weiter helfen.
Um in iTunes “beliebige” Filme (z.B. FLV) hinzuzufügen, muß iTunes das Format kennen. Oder anders gesagt: ist es z.B. eine QuickTime-Datei (“.mov”), dann klappt es immer.
Mit nessViewer kannst Du z.B. den entspr. Film öffnen und dann “Speichern unter” aufrufen. Wenn Du dort dann “Filmdatei verflachen” nicht ankreuzt, dann wird eine sehr kleine QuickTime-Datei gespeichert (eine Art QuickTime-Link).
Diese Datei läßt sich problemlos in iTunes hinzufügen.
Integration mit iTunes: in dem MedienCenter von nessViewer ist nicht nur iTunes, sondern auch iPhoto & Miro integriert.
Miro nutze ich um täglich automatisch neue Video-Podcasts abzufragen, die ich dann (ohne die Videos vorher herunterladen zu müssen) via dem MedienCenter gucke.
Mit den Medienschauen von nessViewer (eine Art Playlists, aber mit zusätzlichen Funktionen) kann man z.B. Musikvideos von LastFM sammeln – und dann stundenlang Musikvideos gucken.
Im nessViewer-MedienCenter ist viel dt. Fernsehen integriert: ARD Mediathek, RTL Now, VOX Now, ZDF Mediathek, Arte etc..
Vielleicht hast Du mal Lust, Dir nessViewer (http://www.nessviewer.com) anzugucken? Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen!
Viele Grüße
Reiner
Danke für den Hinweis, ich werde mir das mal anschauen!
Viele Grüße
Oli
Hallo
möchte mit älteren Mini mac Intelversion auch ein MEdiacenter einrichten.
Den Fernseher habe ich bis jetzt über den VGA Anschluss angeschlossen. Klappt soweit nur habe ich keinen Ton bzw. nur vom Mini Mac ! Da mein Mini Mac kein HDMI-Anschluss hat die Frage: kann ich den Ton bzw. die Installation auch über einen USB Anschluss machen ?
Danke für eure Tipps
Gruss
Andi
Hallo Andi,
Du kannst den Ton auch über ein Audiokabel auf Dein Fernsehgerät umleiten. Einfach am einen Ende in den Mac mini Kopfhöreranschluss stecken, und am anderen Ende, zum Beispiel per Chinch-Anschluss, mit dem Fernseher verbinden.
Viele Grüße
Oli
Wir betreiben in unserem zu Hause eine MediaCenter auf Mac Mini Basis seit 2 Jahren. Verwendet wir aber vor allem EyeTV mit Satellitentuner. Das funktioniert alles sehr gut. Die Bildqualität ist sehr gut, voallem in HD (-: aber auch der Ton, der über Qnkyo Receiver läuft. Ich denke auf dieser Basis kann man bedenkenlos eine Empfehlung aussprechen. Als kleine Erweiterung haben wir uns Remote Buddy gekauft. Damit steuert man den Rechner wie eine Fernsehr nur mit der Mac Fernbedienung. Die Akzeptanz ist bei Frau und Kinder gegeben. Ist ja manchmal als Kriterium wichtig.
Super Artikel!
Ich habe unter http://www.mac-medien-center.de auch einen Erfahrungsbericht und Tutorial geschrieben – allerdings für einen iMac. Das schöne am iMac finde ich, daß alles in einem Gerät ist.